8 unwiderstehliche Argumente für die Legalisierung von Cannabis

Um die 40 Prozent aller Deutschen sind für eine Legalisierung von Cannabis in Deutschland – bleiben also noch 60%, die von den Vorteilen einer Cannabis-Legalisierung überzeugt werden wollen.

Während dazu der praktischen Möglichkeiten viele sind, fehlen manchmal einfach die richtigen Argumente. Nicht jeder wird selbst kiffen wollen, ist aber vielleicht für andere Einsichten in die vielen Vorteile der Legalisierung von Cannabis offen. Für alle Freizeit-Aktivisten, Weltoffenen und überzeugten Weed-Freunde haben wir die acht plausibelsten Gründe zusammengestellt, aus denen eine Legalisierung von Cannabis in Deutschland für alle von Vorteil wäre…und außerdem eine logische Notwendigkeit ist.

8 unwiderstehliche Argumente für die Legalisierung von Cannabis1.Cannabis Legalisierung würde den Gesundheitsmarkt revolutionieren

Dass Cannabis bei verschiedensten Erkrankungen erfolgreich wirkt, bestreitet inzwischen niemand mehr. Auch in Deutschland kann Cannabis verschrieben werden – allerdings ist der Weg vom Rezept bis zur Einnahme bürokratisch verzwickt und für Ärzte wie Patienten beschwerlich.

Etwa 360 Patienten sind ihn bisher gegangen und dürfen nun auf Rezept kiffen, ohne sich strafbar zu machen – es gibt also so etwas wie eine medizinische Legalisierung von Cannabis in Deutschland. Allerdings ist diese Zahl einen Tropfen auf den heißen Stein im Vergleich zu den Millionen, die von einer Legalisierung von Cannabis therapeutisch profitieren könnten.

In Deutschland erhältlich ist ein Medikament, ein Cannabisextrakt mit Namen „Sativex“. Ebenfalls möglich ist eine Verschreibung von Dronabinol und Nabilon, die aus dem Ausland kommen. Theoretisch kann außerdem eine Ausnahmeerlaubnis durch das Bundesinstitut für Arzneimittel zur Verwendung von Cannabisblüten aus der Apotheke erwirkt werden. Noch komplizierter, aber nicht unmöglich ist es, vor einem Verwaltungsgericht die Genehmigung des Eigenanbaus zu erstreiten.

In jedem dieser Fälle gilt aber: Für Tausende, die von einer Cannabis-Therapie ebenfalls profitieren würden, ist sie ein nicht bezahlbarer Luxus. Denn die Krankenkassen erstatten die Cannabis Behandlung nicht. Viele Ärzte scheuen sich außerdem davor, das Medikament zu verschreiben. So entsteht allein durch die verpasste Legalisierung von Cannabis eine Zweiklassenmedizin in Deutschland.

Wohlhabendere kommen in den Genuss von THC, andere nicht. Kranke, bei denen andere Medikationen nicht wirken (und davon gibt es überraschend viele; Cannabis hat einige einzigartige, therapeutische Eigenschaften, die tatsächlich keine andere bekannte Substanz entwickelt), werden in die Kriminalität getrieben: Indem sie selbst minderwertigeres Hanf züchten oder von unzuverlässigen Quellen auf dem Schwarzmarkt kaufen.

Eine Legalisierung von Cannabis würde diesem Zustand nicht nur ein Ende bereiten. Sie wäre auch ein Durchbruch für die alternative Medizin, die vor der Omnipräsenz der Pharmakonzerne im Gesundheitswesen zu oft kapitulieren muss. Cannabis ist außerdem nachweislich wirksam in einer ganzen Reihe von Krankheiten, für die momentan seltenst bis nie THC verschrieben wird – dazu zählen Migräne, Depressionen, ADHS, Grauer Star, die Behandlung von Nebenwirkungen aggressiver Medikamente, Morbus Crohn etc. Viele dieser Leide sind chronisch und kosten die Kassen jährlich Milliarden an teuren Pharmazeutika; eine Behandlung mit Cannabis wäre wesentlich effektiver, effizienter und würde die Kassen enorm entlasten.

Der Cannabis Konsum ist außerdem eine Selbsttherapie. Er verlagert die Verantwortung für die eigene Behandlung zurück an den Patienten. Das Gefühl steigt, eine Krankheit „im Griff“ zu haben, vom passiven, abhängigen Empfänger zurückzufinden zur aktiven Rolle im eigenen Behandlungsprozess. Häufig scheuen Patienten aber davor zurück, sich bei ihren Ärzten nach einer Behandlung mit Cannabis zu erkundigen; zu groß ist das Stigma, dass Cannabis umgibt. Ärzten geht es häufig genauso: So gut wie nie empfehlen Mediziner THC von sich aus als Behandlungsoption – es sei denn, sie sind auf THC als Wirkstoff spezialisiert. Eine Cannabis Legalisierung würde dieses Tabu lüften und einen unvoreingenommenen Dialog über das Beste für den Patienten ermöglichen.

Cannabis Legalisierung würde dem Schwarzmarkt die Basis nehmen2.Cannabis Legalisierung würde dem Schwarzmarkt die Basis nehmen

Wer heute die potenziell todbringenden Drogen Alkohol und Nikotin konsumieren möchte, geht in den nächsten Supermarkt.

Wer Cannabis in Deutschland konsumieren möchte – eine Substanz, die für sich selbst keine lebensgefährlichen, physiologischen Erkrankungen hervorrufen kann – muss sich einen Dealer suchen, hoffen, dabei auf eine verlässliche Quelle gestoßen zu sein, der verfügbaren Qualität vertrauen, diese Transaktion heimlich genug vollziehen, um nicht verhaftet zu werden, um dann beim Konsum noch mit einem Bein vor Gericht zu stehen. Millionen Menschen werden auf diese Weise völlig unnötig kriminalisiert – das schließt auch diejenigen Dealer mit ein, die ausschließlich Cannabis vertreiben. Diese sind in anderen Ländern der Welt (etwa in Colorado, USA), in denen die Legalisierung von Cannabis längst gelebte Praxis ist, erfolgreiche, junge, Steuer zahlende Entrepreneure und Inhaber kleiner Unternehmen.

Trotz der Kriminalisierung steigt der Cannabiskonsum in Deutschland jährlich an. Zwar gibt es keine exakten Erhebungen. Bei repräsentativen Studien durch den Bevölkerungsdurchschnitt geben jedoch zwischen 4% und 5% der 18- bis 65-Jährigen regelmäßig an, innerhalb des vergangenen Jahres Cannabis konsumiert zu haben. Damit summiert sich die Zahl der Verbraucher auf 2,3 Millionen jährlich, wobei die Dunkelziffer wohl viel höher ist.

Mit anderen Worten: Nach gegenwärtigem Rechtsverständnis ist Deutschland die Heimat von mindestens zweieinhalb Millionen Krimineller – die ob fehlender Legalisierung von Cannabis von einem Schwarzmarkt bedient werden, auf dem auch Suchtmittel aller Art gehandelt werden. Wäre Cannabis unter staatlicher Regulierung legal im Handel zu erwerben, würde dies einem nennenswerten Anteil des Drogenhandels in Deutschland die Existenzgrundlage entziehen.

Cannabis Legalisierung wäre der beste Jugendschutz3.Cannabis Legalisierung wäre der beste Jugendschutz

Tatsächlich gibt es unter Cannabis Konsumenten viele Jugendliche und junge Erwachsene. Auf sie zielen die Präventions- und Aufklärungsmaßnahmen der deutschen Bundesregierung primär ab. Der Jugendschutz ist die Argumentations- grundlage für so gut wie alle Repressionsprogramme der Regierung.

Tatsächlich aber zeigt die Erfahrung weltweit, dass der wirkungsvollste Jugendschutz eine stattliche regulierte Legalisierung von Cannabis ist. Denn auch Jugendliche beziehen Cannabis von Dealern auf der „Straße“. Sie alleine stellen allerdings keine ausreichend lukrative Konsumentengruppe dar, um den Schwarzmarkt lebendig zu halten. Eine Cannabis Legalisierung würde die Marihuana-Preise derart sinken lassen, dass sich die Anzahl der illegalen Händler schlagartig dezimieren würde. Es wäre für Jugendliche wesentlich schwerer, an Cannabis zu kommen. Denn: Illegale Dealer verkaufen Drogen an so gut wie jeden, einschließlich Kindern. Legalisierte Händler würden strengen Auflagen unterliegen, die einen Verkauf an Minderjährige ausschließen.

Eine Legalisierung von Cannabis wäre auch die sinnvollste Maßnahme gegen den sogenannten „Gateway“-Effekt, der dazu führt (so die Annahme vieler Suchttheoretiker), dass Cannabis zur Einstiegsdroge für härtere Suchtstoffe wird. Das ist empirisch korrekt, allerdings anders, als die Suchtforscher sich das vorstellen. Minderjährige komme nicht deshalb mit härteren Drogen in Kontakt, weil das Cannabis-High sie neugierig auf andere Drogenerfahrungen macht. Stattdessen kommen jugendliche Konsumenten erst im Schwarzhandel überhaupt mit dem Angebot stärkerer, tatsächlich extrem gefährlicher Drogen in Kontakt. Diese werden dort oft offensiv angeboten, häufig quasi im „Spar -Pack“.

Wenn Jugendliche mit Marihuana oder Hasch experimentieren wollen, werden sie es tun – Cannabis Legalisierung hin oder her. Dann ist es aber immer noch risikofreier, sie beziehen die Substanz über Erwachsene, die diese ihrerseits legal erworben und nicht noch weitere Pillen und Pulver im Angebot haben.

Eine Cannabis Legalisierung in Deutschland würde außerdem eine Reform des Betäubungsmittelgesetzes nach sich ziehen. Minderjährige würden nicht länger kriminalisiert werden, wenn sie im Besitz von Cannabis wären oder bei dessen Konsum „erwischt“ werden – wohingegen der Verkauf an Kinder und Jugendliche sehr wohl geahndet werden könnte. Drogendelikte bei Ersttätern sind häufig der Beginn einer Karriere im deutschen Strafsystems, aus der der Ausstieg schwer fällt.

Cannabis Legalisierung würde dem Staat Milliarden sparen4.Cannabis Legalisierung würde dem Staat Milliarden sparen…

Sämtliche Anti-Cannabis-Einsätze der Exekutive und des Rechtswesens zuzüglich aller Repressionsmaßnahmen zusammengenommen kosten die Bundesregierung – und damit die Steuerzahler – im Jahr mehrere Milliarden Euro.
Hinzu kommt, dass vor allem bei Polizei und Gerichten, aber auch in der Sozialarbeit, im öffentlichen Dienst, in den Gefängnissen und bei Therapeuten Tausende Arbeitsstunden durch die Kriminalisierung von Cannabis gebunden sind, die wesentlich effizienter und sinnvoller eingesetzt werden könnten.
Hunderte von juristischen Experten weltweit betrachten den Drogenkrieg, wie er im Moment organisiert ist, als sehr, sehr teuren Fehler. Die Legalisierung von Cannabis würde enorme personelle und finanzielle Ressourcen freisetzen und den Staatsapparat nachweislich entlasten, ohne (wie die mittlerweile extensiven Erfahrungen etwa aus den Niederlanden oder den USA zeigen) im Vergleich nennenswerte Kosten zu generieren – wie Konservative trotzdem gerne, dafür ohne Datengrundlage, weiterhin behaupten.

Seit 2013 hat sich die Anzahl der registrierten „Cannabisdelikte“ auf etwa 145.000 jährlich eingependelt; insgesamt entstehen 61% aller Konsumdelikte in Deutschland aus Cannabis-Gebrauch. Auch unter den Cannabisdelikten selbst besetzen die Konsumdelikte den größeren Anteil; die Handelsdelikte sind tendenziell rückläufig.

95 % der eingeleiteten Verfahren wegen Besitz und Gebrauch werden als Bagatelldelikte eingestellt. Das Paradox ist nämlich: Da Cannabis weiterhin verboten ist, ist die Exekutive und die Staatsanwaltschaft zur Aufnahme und Anklage auch kleinerer Mengen Cannabis im Privatbesitz verpflichtet. Die Richter tendieren dann jedoch fast einhellig dazu, den sogenannten „Cannabis-Beschluss“ des Bundesverfassungsgerichtes von 1994 zu respektieren, der die kriminellen Sanktionen bei Cannabisbesitz für den Privatgebrauch drastisch einschränkt.

Mit anderen Worten: Tausende Drogen-Bagatellfälle werden kostenintensiv aufgenommen, wohl wissend, dass es nie zur Verurteilung kommen wird. Der „Schildower Kreis“, ein Netzwerk (promovierter und habilitierter) Strafrechtler und Drogenexperten, weist deshalb seit Jahren daraufhin, dass „strafrechtliche Drogenprohibition sozial schädlich und unökonomisch ist“. Dennoch werden Jahr für Jahr 3 Milliarden Euro an Steuergeldern in dieses schwarze Loch gepumpt, für Verfolgung durch Polizei und Staatsanwaltschaft, Prozesse, Unterbringung der „Delinquenten“ und anschließende Rehabilitierung. Eine Legalisierung von Cannabis würde dieser horrenden Verschwendung ein sofortiges Ende bereiten.

Milliarden einbringen5….. und Milliarden einbringen

Nochmal zurück zu den über zwei Millionen Menschen, die kiffen. Diese Zahl sagt noch nichts über die Menge des Konsums aus – manche von ihnen genießen Cannabis ein paar Mal im Jahr, andere genehmigen sich täglich einen Joint. Bei einem geschätzten wöchentlichen Konsum von zwei Gramm aller aktuellen Verbraucher, werden bereits jetzt über 240 Tonnen Cannabis jährlich in Deutschland konsumiert. Das entspricht bei den gegenwärtigen Durchschnittspreisen von sieben bis acht Euro für ein Gramm Hasch und etwa neuen Euro für ein Gramm Gras einem Gesamtumsatz von mehr als zwei Milliarden Euro jährlich.

Angesichts der eingangs erwähnten Umfragewerte kann auch bei vorsichtigen Schätzungen davon ausgegangen werden, dass sich der Konsum nach einer erfolgten Legalisierung von Cannabis verdreifachen würde. Natürlich würde der Staat das legal veräußerte Cannabis versteuern. Das könnte in Form der regulären Mehrwertsteuer (19%) sowie einer speziellen Cannabissteuer geschehen, die sich höchstwahrscheinlich in Höhe der Tabaksteuer bewegen, also etwas mehr als 50% des regulären Verkaufspreises ausmachen würde. Durch den Wegfall des Schwarzmarktes würde dieser etwa um die Hälfte sinken – der Endpreis beim Kunden würde also wohl identisch mit dem heutigen sein.

Davon kämen dem Staat 50% zugute. Die Gewinn-Rechnung nach Legalisierung von Cannabis ist also einfach: Zwei Milliarden mal drei ergibt sechs Milliarden Einnahmen aus dem Cannabis Geschäft, wovon mindestens drei Milliarden an den Staat gehen und drei weitere Milliarden an den Mittelstand. Hinzu kommen die 3 Milliarden, die der Staat sich durch die De-Kriminalisierung von Cannabis spart sowie die Einkommenssteuer und Gewerbesteuer, die durch die neuen Jobs und Unternehmen generiert werden. Der Konsument kommt dafür an erhebliche bessere Qualität zum selben Preis, ohne gleich zum potenziellen Straftäter zu werden. Ökonomen würden dies eine Win-Win-Win Situation nennen.

Sowohl die Beispiele Holland als auch Colorado, beides Staaten, in denen die Legalisierung von Cannabis bereits in verschiedenen Stadien umgesetzt wurde, zeigt: weder dem Rechtswesen noch dem Gesundheitssystem entstehen durch die Legalisierung von Cannabis nennenswerte Zusatzkosten. Stattdessen würde Letzteres revolutioniert (siehe Punkt 1) und der Landwirtschaft, vor allem dem organischen Anbau, durch die legale Zucht der Hanfpflanze nochmals neue Ertragsmöglichkeiten und Arbeitsplätze eröffnet.

Legalisierung von Cannabis würde den nachhaltigen Hanfanbau fördern6.Die Legalisierung von Cannabis würde den nachhaltigen Hanfanbau fördern

Hanf hat für den Menschen eine derartige Fülle an Nutzungsmöglichkeiten zu bieten, dass es eigentlich schon an und für sich irgendwie schamlos ist, diese Pflanze nicht ihre natürliche Symbiose mit den Bedürfnissen unserer Organismus eingehen zu lassen.

Abgesehen von ihren heilenden und therapeutischen Eigenschaften und ihrem Charakter als Genussmittel, kann Hanf zu tausenden nachhaltiger, kompostierbarer Produkte von erstaunlicher Haltbarkeit verarbeitet werden.

Die Legalisierung von Cannabis würde auch die Generierung einer völlig neuen landwirtschaftlichen Branche schaffen, die den Rohstoff für mehr als 25.000 (bisher bekannte Produkte) herstellen könnte. Eine Cannabis Legalisierung in Deutschland würde dem Land eine ähnlich positiv exponierte Pionier-Rolle verschaffen, wie es der Umstieg auf erneuerbare Energien tut.

Aus Hanf können umweltfreundliche und energiesparende Bau- und Isolationsmaterialien hergestellt werden; es lässt sich zu Papier verarbeiten, was wiederum der Schonung deutscher Wälder und einer Reduzierung des Holzimportes zu Gute kommt; aus Hanf lassen sich körperfreundliche, atmungsaktive, sehr robuste und widerständige Geo-Textilien produzieren; es kann als natürliches Insektizid dienen und damit unsägliche chemische Alternativen wie Glyphosat ersetzen; selbst Autoteile, Bio-Kraftstoff, Kunststoff, Sanierungssysteme und hoch nährstoffreiches Tierfutter lassen sich aus Hanf generieren.

Für unsere Ernährung gehört Hanf unter Nährstoffexperten schon heute zu den sogenannten Superfoods. Seine Samen sind außerordentlich reich an Omega 3, Kalzium und Eisen. Hanf-Öl ist nicht nur ein optimales Mittel zur Prävention von Herzerkrankungen und zu hohem Cholesterinspiegel, sondern wird außerdem zu rein natürlichen Körperprodukten weiter verarbeitet, die auch von Menschen mit sehr empfindlicher Haut bis hin zu Hauterkrankungen gut vertragen.

Dabei ist der Anbau von Hanf unkompliziert und bedarf keiner langen Einarbeitung. Die Cannabispflanze kommt so gut wie ohne Dünger aus; alle einzusetzenden Mittel können organischen Ursprungs sein. Dank ihrer natürlichen, für den Menschen unschädlichen Insektizide ist ein zusätzlicher Schutz gegen Fressfeinde nur sehr minimiert notwendig, falls überhaupt. Hanf eignet sich auch für den Anbau in beanspruchten Böen zur Regeneration und lässt sich ideal in den Bio-Anbau integrieren – vor allem auf Flächen, die gerade auf eine Bio-Zertifikation vorbereitet werden sollen.

In Anbetracht dieser vielfältigen Vorteile des Hanf ist eine Legalisierung von Cannabis in Deutschland auch ein eindeutiger Schritt in eine nachhaltigere Zukunft, eingebunden in den natürlichen Kreislauf der Natur.

Legalisierung von Cannabis ist die Pflicht eines demokratischen, aufgeklärten Staates7.Die Legalisierung von Cannabis ist die Pflicht eines demokratischen, aufgeklärten Staates

Unser verfassungsgemäßes Recht auf eine freie Entfaltung der Persönlichkeit muss bei allen repressiven Maßnahmen des Staates als Maßstab berücksichtigt werden. Der Staat hat das Recht, eine Substanz zu verbieten, die eine Gefahr für die Gemeinschaft darstellt; insbesondere für deren Schutzbedürftige, wie Kinder und Jugendliche.
Dies gilt allerdings nur dann, wenn neben dem Verbot keine anderen, legislativen Mittel und Wege zur Verfügung stehen, um das gleiche Ziel zu erreichen. Dies ist im Fall von Cannabis schlicht nicht der Fall. Es gäbe genug Regulierungs-Instrumente, die eine Cannabis Legalisierung in Deutschland bei gleichzeitigem Schutz Minderjähriger möglich machen würden.
Die blockierte Legalisierung von Cannabis in Deutschland widerspricht dem rechtsstaatlichen Grundsatz der Verhältnismäßigkeit: „Kollidierende … Freiheiten werden nur dann in ein angemessenes Verhältnis zueinander gesetzt, wenn und soweit das zu wahrende … Freiheitsrecht schwerer wiegt als das ihm aufgeopferte.“ Die Bundesregierung verletzt eines der tragenden Grundprinzipien des deutschen Rechtsstaats, solange sie Cannabis nicht legalisiert.
Die Gründe für den Verbot von Cannabis waren weltweit hauptsächlich wirtschaftlicher Natur und maßgeblich vom Einfluss der USA und Ägyptens bei den ebenfalls von den USA angeregten Opiumkonferenzen 1911 und 1925 geprägt. In Deutschland war THC, meist aufgelöst in Alkohol, bis in das 20 Jahrhundert ein leicht verfügbares und nicht verschreibungspflichtiges Medikament. Zunächst sträubte sich Deutschland auf den Opiumkonferenzen deshalb auch, Cannabis auf eine Stufe mit Heroin und Opium zu stellen. Dann intervenierte Ägypten und drohte den schon damals enorm mächtigen Pharmakonzernen Bayer & Co. mit einem Importstopp von Kokain und Heroin für medizinische Zwecke.

Es ist also (abermals) der Lobbyarbeit dieser Unternehmen und dem Druck Amerikas zu verdanken, dass Cannabis in Deutschland erstmals im Opiumgesetz des Deutschen Reiches vom 10. Dezember 1929 und dann nahtlos (!) im Betäubungsmittelgesetz vom 24. Dezember 1971 verboten wurde. Die unterfütternde Ideologie von der „Droge“, vor der es die Bevölkerung zu schützen galt, ist ein erst erschaffenes Konstrukt. Es ist entwürdigend für einen unabhängigen Staat, sich jahrzehntelang den Interessen von Konzernen und Wirtschaftspartnern zu beugen. Vor allem, wenn dies auf Kosten bürgerlicher Freiheit und dem Rechte auf Unversehrtheit des eigenen Lebens geschieht – wie es bei Patienten, denen die Behandlung von Cannabis verwehrt bleibt, der Fall ist.

Hinzu kommt, dass die ausbleibende Legalisierung von Cannabis in Deutschland das Prinzip der Gleichbehandlung von Vergleichbarem vor dem Gesetz verletzt, das einen Grundpfeiler der sozialen Demokratie darstellt. Das psychische und physische Risiko von Cannabis ist verschwindend gering im Vergleich zum von Tabak und Alkohol ausgehenden – selbst raffinierter Zucker ist für den Körper langfristig weitaus schädlicher. Diese Substanzen sind jedoch, abgegrenzt durch das Jugendschutzgesetz, frei erhältlich.

Ein aufgeklärter Staat muss seine Lernfähigkeit, Falsifizierbarkeit und Anpassungsfähigkeit unter Beweis stellen; ansonsten verwandelt er sich in eine Diktatur. Statistisch belegte Tatsache ist einerseits: Die Repressionsmaßnahmen gegen Cannabiskonsum haben diesen nicht erfolgreich bekämpfen können, sondern lediglich einen Schwarzmarkt geschaffen, der das wirkliche Problem darstellt. Gleichzeitig zeigen Beispiele aus anderen demokratischen Staaten, dass eine Legalisierung von Cannabis mit diesem Problem aufräumt und gleichzeitig keine Gesellschaft gefährdenden Zusatzrisiken entstehen. Der Staat und seine Politiker schulden es den Bürgern, ihre Fehler einzugestehen und aus alternativen, erfolgreichen Modellen zu lernen. Die Legalisierung von Cannabis in Deutschland ist die organische, natürliche Konsequenz einer entsprechenden Lernkurve, auf die wie ein Anrecht haben.

Politiker nutzen die Cannabis-Debatte, um sich moralisch zu profilieren. Hierfür machen sie Aussagen über THC und seine Nutzung, sowie über die zu erwartenden Konsequenzen einer Cannabis Legalisierung in Deutschland, die nicht belastbar oder schlicht unwahr sind. Einem amtierenden Politiker ist es unwürdig, zu diesen Mitteln zu greifen; Propaganda ist ein Symptom faschistischer Systeme, das für unsere Demokratie unzumutbar ist.

8.Die Legalisierung von Cannabis ist eine logische Notwendigkeit

Cannabis ist ein Rauschmittel, kein Rauschgift. Das bedeutet: Es nimmt Einfluss auf die bio-chemischen Prozesse im Gehirn. Hierdurch entsteht eine Veränderung der Realitätswahrnehmung, des Verhaltens, der Sozialkompetenz, des Stoffwechsels und anderer menschlicher Funktionen.

Diese Veränderungen mögen von der Umwelt als unvorteilhaft oder störend wahrgenommen werden.

Es besteht jedoch kein medizinischer Anlass, Cannabis als Gift zu betrachten – jedenfalls nicht für den erwachsenen Körper. Cannabis fügt dem menschlichen Organismus in der normalen Dosierung (selbst wenn diese relativ hoch über einen kontinuierlichen Zeitraum eingenommen wird) keinen Schaden zu. Es führt weder zu chronischer, noch zu akuten Vergiftung im pathologischen Sinne.

Die Legislative eines aufgeklärten Staates kann deshalb keine moralische oder logische Notwendigkeit vorbringen, um einer Legalisierung von Cannabis im Weg zu stehen.

Für mich gibt es nur eine einzige Kontraindikation gegen die Cannabis Legalisierung

Eine Legalisierung von Cannabis zieht häufig eine Zunahme an Tabakgebrauch nach sich. Ich finde den Gedanken unschön, Tabakmultis wieder mehr Geld in den Rachen zu werfen, nachdem die Zunahme von E-Zigaretten ihnen auf so angenehme Weise eben dasselbe entzogen und an kleine und mittelständische Unternehmen umverteilt hatte.

Aber schließlich ist es jedem selbst überlassen, auf welche Weise er oder sie nach der Cannabis Legalisierung konsumiert – schließlich sind Pipes und Brownies ausgezeichnete Methoden, in den Weed-Genuss zu kommen. Und solange die Risiken des Passivrauchens wissenschaftlich nicht eindeutig ausgeschlossen sind, scheinen mir diese Konsumwege auch ethisch die empfehlenswerteren zu sein.

Weiterführende Links
Steuereinnahmen in Colorado
Bayerischer Landtag
Cannabis-Beschluss
Schildower Kreis

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