Cannabis – Deutschland adaptiert US Gesetzgebung und Donald Trump rudert zurück

Alles neu macht eigentlich der Mai. Was die Ausgabe von Cannabis auf Rezept angeht, ist es der Monat März, der in Deutschland Änderungen gebracht hat. Und das obwohl einer der Vorreiter der Cannabis Industrie, die USA, mit dem neuen und sehr umstrittenen Präsidenten Donald Trump in Sachen Cannabis wieder zurückrudern wollen – und wohl auch werden.

Cannabis zu Behandlungszwecken in Deutschland

Seit dem 01. März 2017 dürfen Ärzte in Deutschland ihren Patienten Cannabis Produkte verschreiben, sofern die Nutzung medizinisch indiziert ist. Das gute daran: es kann sogar vor einem möglichen Behandlungsbeginn eruiert werden, ob eine Übernahme der Kosten durch die Krankenkassen stattfinden kann. Grundvoraussetzung: die Versorgung muss medizinisch motiviert sein und mit Unterstützung des Arztes beantragt werden, wodurch Kosten für ein Attest entstehen.

Bisher war es notwendig, wenn derartige alternative Behandlungsmethoden in Betracht gezogen wurden, eine Ausnahmeerlaubnis einzuholen. Die musste beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) beantragt werden und dies entfällt ersatzlos seit dem 01. März. Als mögliche Krankheiten, die eine Behandlung mit ärztlich verordnetem Cannabis notwendig machen können, gelten:

  • Krebs,
  • Rheuma,
  • chronische Schmerzsyndrome zum Beispiel im Nachgang zu Schlaganfällen,
  • Akute wie auch chronische Nervenschmerzen,
  • Grüner Star,
  • ADHS,
  • Das Tourettesyndrom,
  • Multiple Sklerose und
  • HIV, bzw. Aids.

Damit wurde für viele Patienten in diesen Bereichen die Option geschaffen, Schmerzen und Krankheitsfolgen effizient zu bekämpfen.

Trumps Feldzug gegen die Cannabis Industrie in den USA

So positiv die Meldungen für Deutschland sind, so negativ hören sich die Meldungen aus den USA an, die durch ihre liberale Cannabis Politik für Schlagzeilen sorgte. Der Sprecher von Donald Trump, Sean Spicer, machte am Dienstag in den USA damit News, dass er für seinen ‘Chef’ ankündigte, die neue Regierung werde der inzwischen legalisierten Cannabis Industrie – ein Multimilliarden-Dollar Business in den USA – den unnachgiebigen Kampf ansagen. Die Uhren, so Spicer, sollten wieder zurückgestellt werden.

Und treffen soll es die Personen, die Marihuana aus Entspannungszwecken – zum Beispiel als Alternative zum schädlichen Alkohol – konsumieren. Regierungssprecher Spicer kündigte an, man werde in naher Zukunft massive Razzien gegen die Freizeit Cannabis Industrie erleben. In den USA wird das  ‘recreational marijuana’ genannt und ist laut Weißem Haus hochgradig unerwünscht. Die Drogenbehörde der USA, die DEA, sei wie das Justizministerium von Trump persönlich angewiesen, diesen ‘Sumpf trocken zu legen’.

Wird das Justizministerium sich gegen Trump stellen?

Wie immer lautet die Kernfrage: spielt das Ministerium bei Trumps Plänen mit. Legt man aber jüngste Aussagen des neuen Justizministers Jeff Sessions zu Grunde, der dem 09. Februar in Amt und Würden ist, wird von da wenig an Widerstand zu erwarten sein. Aussagen wie ‘Gute Menschen rauchen kein Marihuana’ oder ‘Wir benötigen in Washington endlich Erwachsene, die dem Jugendlichen sagen: Marihuana ist nichts, was legalisiert werden sollte, sondern ist in Wirklichkeit etwas sehr Gefährliches und eine Droge’ und ‘Ich dachte der Ku-Klux-Klan wäre okay, bis ich herausgefunden habe, dass sie Marihuana rauchen’ lassen das Schlimmste vermuten.

Deutschland geht also nach vorne und die USA im Stechschritt zurück.