Cannabis Genussmittel Cannabis – Genussmittel, Droge oder vielleicht doch beides?

An Cannabis scheiden sich im wahrsten Sinne des Wortes, die Geister. Während die Einen nur darauf warten, dass die Regierung das Kiffen endlich legalisiert und als Genussmittel einstufen, pochen die Gegner auf eine Beibehaltung der Gesetze und strengere Bestrafungen.

In einigen Bundesstaaten von Amerika sind kürzlich die Gesetzte verändert worden und Cannabis gilt nun beispielsweise in Colorado und Washington als Genussmittel. Hierzulande ist der Konsum und der Besitz von Kleinstmengen legal (oder zumindest wird er nicht weiter verfolgt) – aber der Handel und auch der Transport immer noch verboten. Doch auch in Deutschland scheint sich etwas zu bewegen. Wird Cannabis bald auch offiziell zum Genussmittel?

Wie sieht es mit den Zahlen aus?

Die Zahl der Kiffer ist in den letzten Jahren leicht gestiegen. Statistiken zeigen, dass im Jahr 2012 ca. 3,9 Millionen Deutsche gekifft haben. In ihrem ganzen Leben schon einmal gekifft haben etwa 17 Millionen Einwohner Deutschlands, und – zur Verdeutlichung – im Monat Oktober des Jahres 2012 ganze 1,7 Millionen Menschen. (In diese Zahlen wurde die Dunkelziffer schon mit einberechnet. Bereinigt lägen die Zahlen bei 2,8 Millionen Konsumenten in 2012, 1,4 Millionen im Monat Oktober sowie ca. 13 Millionen, die jemals in ihrem Leben gekifft haben).

Schon längst hat sich Cannabis vom leicht schmuddeligen Image der Hippiezeit befreit und ist in allen sozialen Gesellschafts- und Alterschichten angekommen. Auch wenn viele Jugendliche zum Gras greifen, sind es durchaus auch ältere Personen, die sich gerne abends nach der Arbeit bei einem Joint entspannen.

Die rechtliche Lage in Deutschland

In der Bundesrepublik ist Cannabis noch lange kein Genussmittel. Zwar ist der Konsum wegen des Rechts auf Selbstschädigung nicht strafbar, aber der Anbau, Handel, und der Besitz größerer Mengen ist es sehr wohl.

Die Höchstmenge, mit der man sich erwischen lassen darf, ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. In den meisten liegt die Grenze bei 6 Gramm Gras oder Haschisch, in Berlin ist sie am höchsten mit 10 Gramm. Doch das bedeutet nicht, dass man bei einer Kontrolle das Gras behalten darf, konfisziert wird es natürlich trotzdem.

Doch es gibt einen Weg, wie man auch in Deutschland legal an Cannabis kommen kann, allerdings wünschen sich viele, diesen nicht gehen zu müssen. Cannabis kann zur Behandlung verschiedener Krankheitssymptome medizinisch verschrieben werden. Doch eine Genehmigung hierfür zu bekommen ist schwierig und zeitraubend. Zudem übernehmen die meisten Krankenkassen die Behandlung mit THC-haltiger Medikation nur in den seltensten Fällen – es wird also teuer für die Patienten.

Es ist davon auszugehen, dass sich in Bezug auf die Gesetzeslage in den nächsten Jahren noch einiges verändern wird. Zahlreiche Politiker, hauptsächlich von den Grünen, den Linken und der FDP, sind jetzt schon für eine Legalisierung von Cannabis. In mindestens drei Städten (Berlin, Düsseldorf und Bremen) haben die Stadtregierungen Anträge gestellt, mit der ein legaler Verkauf in speziellen Verkaufsräumen, ähnlich wie zum Beispiel im amerikanischen Colorado, genehmigt werden soll. Ob das Bundesgesundheitsministerium die Anträge durchwinkt, steht allerdings noch in den Sternen.

Hanf, Cannabis, Gras, Haschisch – wo liegt da der Unterschied?

Wie so oft, gibt es auch für Cannabis zig verschiedene Ausdrücke – aber nicht alles hat auch tatsächlich die gleiche Bedeutung. Generell kann man sagen:

  • Cannabis ist die lateinische Bezeichnung für Hanf, wird aber meist mit allen THC-haltigen Produkten verwendet.
  • Marihuana ist Gras, also die getrockneten Blüten der weiblichen Hanfpflanze. Die Cannabinoide verstecken sich zum Teil in dem Harz, welches auf den Drüsenhaaren der Knospen sitzt. Es gibt unzählige verschiedene Sorten, die sich in Intensität, Geschmack, Aussehen und Geruch stark unterscheiden können. Generell ist das Gras meist grün, kann allerdings auch braun oder sogar violett werden.
  • Haschisch nennt man die gepressten Harze der Hanfpflanze. Man kennt es auch unter den Namen Peace, Pese, Shit oder Dope. Die Ausdrücke können von Region zu Region stark unterschiedlich genutzt werden.

Das Recht auf Rausch

Cannabis wurde schon seit Jahrhunderten, wenn nicht Jahrtausenden in vielen Kulturen rund um den Globus als Heilpflanze genutzt. Schamanen nutzten die berauschende Wirkung, um mit ihren Vorfahren in Kontakt zu treten, die Chinesen wussten um die heilende Wirkung bei allerlei Wehwehchen und in der Friedenspfeife wurde so mancher Deal entspannt zelebriert.

Erst in den Dreißiger Jahren ging der große Kampf gegen Cannabis in Amerika los, angestoßen durch die katholische Kirche. Denn die brachten einen Film auf den Markt, in dem Cannabis-Raucher als Inkarnation des Teufels gezeigt wurden und schon bald darauf wurde der Stoff in vielen Ländern geächtet und verboten.

Was dadurch aber natürlich auch fehlte, war eine umfangreiche Erforschung von Cannabis und seinen potenziell heilenden Kräften. Die Wissenschaft versucht nun fieberhaft diese Lücke zu schließen und sowohl die Risiken des Cannabis-Konsums auszuloten, als auch die Möglichkeiten im medizinischen Bereich.

Befürworter einer Cannabis-Legalisierung argumentieren simpel: Alkohol und Nikotin sind die beiden größten „Killer“, aber beide können legal erworben werden, ja, die Regierungen machen sogar Milliardengeschäfte damit. Zwar berge auch Cannabis einige Risiken, aber wesentlich weniger als die beiden Volksdrogen – und genau deshalb sollte es freigegeben werden. Und natürlich wären mit einer Legalisierung von Cannabis (und damit einer Versteuerung) exorbitant hohe Einnahmen für die Regierungskassen zu erwarten.

Alles in allem kann man sagen: zwar ist Cannabis ein Genussmittel, aber noch fehlt gilt es, die letzte Hürde zu nehmen: die Legalisierung und Einführung eines geregelten Verkaufs, der den blühenden Schwarzmarkt endlich ausmerzt und Kleinkonsumenten aus der Kriminalität holt.

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