Cannabis-Konzentrate – Was ist das eigentlich?

Cannabis ExtraktIn Deutschland wird Cannabis hauptsächlich geraucht: Als Gras im Joint oder durch Pfeifen, als Haschisch meist durch eine Bong. In Amerika ist es etwas anders, denn dort wird zum Einen auch ziemlich fleißig mit Cannabis-Produkten gekocht und zum anderen werden sie als Konzentrate in den Shops in Colorado, Washington und Co. verkauft und sind dort der letzte Schrei.

Doch was sind diese Konzentrate eigentlich? Die meisten kennen Cannabis-Konzentrate als Cannabis-Öl. Für unser Verständnis ist Cannabis-Öl eine Verbindung zwischen Pflanzen-Öl und THC. Ein Cannabis-Konzentrat ist der Extrakt der über verschiedene Methoden direkt aus der Blüte gewonnen wird. Es gibt drei „Grundformen“, die man unter den Bezeichnungen

  • Kief (oder Haschisch)
  • Wasser-Hasch
  • Ethanol-Hasch
  • BHO (Butan-Hasch-Öl)
  • Die Rosin-Methode

Kennt. Allerdings haben sie, je nach Region, noch zahlreiche andere Namen. Wir wollen uns die Konzentrate genauer ansehen und werden Euch in unserer dreiteiligen Reihe nicht nur über die Herstellung, sondern auch die Art des Konsums verraten, also wie man diese Konzentrate überhaupt einnimmt.

Kief – die einfachste Form des Konzentrats

Kief - Hasch Konzentrat

Nimmt man es ganz genau, ist das relativ weit verbreitete Haschisch, welches man meist als kleine braune oder schwarze „Ziegelchen“ bekommt, die „Urmutter“ der Cannabis-Konzentrate und wahrscheinlich die älteste Form . Traditionell wurde Haschisch mit den Händen (oder speziellen Handschuhen) von der Pflanze abgeschlagen oder gerieben. Die „Kristalle“ oder Harze, die von den Trichomen so abgesammelt wurden, hat man dann gepresst – in die uns auch heute noch bekannten Haschischbröckchen. Farblich rangiert Kief (auch als Peace, Pese, Dope etc. bekannt) zwischen einem hellen grün bis hin zu tiefschwarz. Je nach Sorte und Sorgfalt bei der Konzentration enthält Haschisch einen TCH-Gehalt von 20 bis 60 %.

In Amerika hat sich Haschisch nie besonders durchsetzen können und galt eher als etwas für „die richtig Harten“ (oder Armen). In Deutschland ist Haschisch auch heute noch relativ weit verbreitet, wobei die meisten Kiffer wohl doch eher auf Gras zurückgreifen. Für den Aufwand, der hinter dieser Form der Konzentration steckt, lohnt sich das Ergebnis nicht besonders – ein weiterer Grund, warum andere Konzentrate immer wieder auf dem Vormarsch sind.

Wasser-Hasch

Wasser-Hasch Konzentrat

Das Prinzip für die Herstellung von Wasser-Hasch (oder Bubble-Hasch) ist relativ einfach: Das lose Pflanzenmaterial (oft werden dafür Schnittreste und Co. genutzt) wird mit eiskaltem Wasser vermischt und danach für einen längeren Zeitraum gemischt (aber nicht gemixt, das bedeutet, es darf keine Emulsion entstehen). Die Kälte sorgt dafür, dass die Trichom-Köpfe „abplatzen“ und ins Wasser übergehen. Danach wird die Mischung meist durch mehrere sehr feine Stoffsäcke geschickt. Diese sogenannten Bubble Bags werden immer feiner, sodass am Ende ein relativ reines Endprodukt mit einem THC-Gehalt von 50 – 80 % übrig bleibt.

Das Endprodukt ist meist eine Art Granulat, die eine helle Farbe von Gold bis Bernstein aufweist. Wirklich gutes Wasser-Hasch sollte sich bei leichter Erwärmung (zum Beispiel durch Kneten mit den Händen) in eine knetbare Masse verwandeln.

Je besser das verwendete Ausgangsmaterial ist und je sorgfältiger die Eis-Konzentration durchgeführt wird, desto stärker wird natürlich auch das Endprodukt. Dadurch wird es auch für Nutzer medizinisches Cannabis‘ äußerst interessant, denn man braucht nur sehr kleine Mengen, um eine große Wirkung zu haben.

Butan-Hasch-Öl (BHO)

Das sogenannte BHO ist wahrscheinlich die verbreitetste Variante unter den momentan (in Amerika) erhältlichen Konzentraten. Man kennt es unter zahlreichen Bezeichnungen wie Shatter (Glas-Cannabis), Kümel, Nektar, Honig-Ö usw.

Aber wie auch immer das Endprodukt aufbereitet werden mag und am Ende des Tages ausshiet, das Herstellungsprinzip ist überall das Gleiche, wenn auch erheblich risikoreicher als bei der Herstellung von Wasser-Hasch.

Für die Herstellung wird das lose (aber fest gestopfte) Pflanzenmaterial mit Butan durchtränkt und die austretende Flüssigkeit gefiltert und aufgefangen. Anschließend muss die aufgefangene Lösung vorsichtig erhitzt werden, damit sich das restliche Butan und andere Flüssigkeiten verdampfen zu lassen.

BHO ist momentan am meisten verbreitet, allerdings ist die Herstellung (vor allem unter nicht-Laborbedingungen zu Hause) extrem risikoreich. Butan ist ein extrem leicht entflammbares Material, welches schon beim kleinsten Funken explodieren kann. Nutzer raten dazu, wenn man denn unbedingt sein eigenes BHO fertigen möchte, möglichst draußen zu operieren, um das Risiko klein zu halten.

Wirklich gutes BHO hat dafür allerdings auch einen THC-Gehalt von 60 – 90 % und ist damit das wirkungsvollste unter den Cannabis-Extrakten.

Die Rosin-Methode

In den sozialen Medien hat vor allem eine Art, an Cannabis-Extrakte zu kommen, in den letzten Monaten für einige Furore gesorgt. Die Rosin-Methode bedarf keiner großartigen Apparaturen, keine ewig lange Vorbereitung oder gar besonderer Sicherheitsvorkehrungen.

Was man dafür braucht, hat man meistens schon in den heimischen Schränken: Backpapier, einen Haarglätter und einen Stichnagel.

Das Gras wird zuerst in einem Stück Backpapier so weit wie möglich kleingepresst bzw. verdichtet. Anschließend faltet man ein weiteres Stück Backpapier und legt die verdichtete Grasblüte dazwischen. Anschließend wird die Blüte mit dem Papier mittig in den Haarglätter gelegt und man presst zu, so fest man kann. Man hört an dem Zischen, dass Öle austreten.

Nach dem ersten Durchgang nimmt man die nun gepresste Blüte, faltet sie einmal in sich selbst und wiederholt den Vorgang an einer anderen Stelle des Backpapiers. Nach dem dritten Mal kommt meist nichts mehr aus der Blüte raus. Jetzt muss man mit dem Stichnagel eventuelle Pflanzenreste aus dem ausgetretenen Rosin picken und danach das Rosin zusammenkratzen. Fertig ist ein potentes Cannabis-Extrakt für Zuhause.

Es gibt noch weitere Methoden, um Cannabis-Extrakte herzustellen (wie die CO2-Methode), allerdings kosten die dafür benötigten Geräte mehrere Tausend Euro und eignen sich deshalb nur für genehmigte und lizensierte Hersteller – und selbst denen ist das meist zu teuer.

Ethanol Hasch Konzentrat

Ethanol-Hasch Konzentrat

Neben der Eiswasser Methode gehört die Ethanol-Extraktion zu den einfachen Methoden um Cannabis-Öl zu gewinnen. Das Cannabiskraut muss vollständig trocken sein und wird zerkleinert. Das zerkleinerte Cannabiskraut wird komplett mit mindestens 90 prozentigem verzehrbaren Ethanol übergossen. Es dauert ca. 7 Tage bis sich alle Inhaltsstoffe gelöst haben. Alle 24 Stunden sollte die Lösung vorsichtig umgerührt werden. Nach 7 Tagen wird die Lösung z.B. über einen Kaffeefilter gefiltert und man lässt das Ethanol verdampfen. 90prozentiges Ethanol ist hochexplosiv und deshalb sollte der Vorgang des verdampfens im Freien, ohne Sonneneinstrahlung, 1stattfinden. Nach 3 bis 6 Stunden bleibt eine grüne ölige Lösung über. Das Cannabisöl ist fertig.

Cannabis-Konzentrate – Wie werden sie konsumiert?

Nachdem wir uns in unserem erste Teil der Reihe damit beschäftigt haben, was für verschiedene Cannabis-Konzentrate es überhaupt gibt und wie sie hergestellt werden, schauen wir uns heute genauer an, was man mit ihnen alles anstellen kann. Denn auch hier hat man mittlerweile weit mehr Möglichkeiten, als noch vor einigen Jahren.

Das Konzentrat im Joint

Eine eher belächelte Methode, bei der man das Konzentrat einfach über den Tabak im Joint krümelt. Manch einer sagt dazu auch: Perlen vor die Säue werfen, denn wer sich schon die Mühe macht, sein eigenes Cannabis-Konzentrat zu fertigen, um es dann gemeinsam mit Tabak zu verbrennen, hat den Sinn dahinter nicht wirklich verstanden. Sollte man also nur dann machen, wenn man gar keine andere Möglichkeit sieht, das Konzentrat sinnvoller zu verbrauchen.

Hasch-Pfeife oder Bong

So wie Haschisch auch, können Cannabis-Konzentrate natürlich ebenfalls in den gängigen Bongs und Pfeifen geraucht werden. Ob man dabei Tabak dazumischen möchte oder nicht, bleibt jedem selbst überlassen, die meisten Kiffer lassen ihn aber lieber weg, um den „reinen“ Kick nicht zu verunreinigen.

Wer ölige oder flüssige Konzentrate hat, muss allerdings auf spezielle Hasch-Pfeifen zurückgreifen, die mit einem Töpfchen statt einem Siebchen funktionieren.

Pfeifen sind meist nicht besonders kostenintensiv, werden also gerne von Einsteigern dafür benutzt, um mal unverbindlich zu testen, ob die Cannabis-Konzentrate überhaupt das Richtige für einen sind.

Vaporizer oder Vape-Pens

Vaporizer, also Geräte, in denen Materialien verdampft und nicht verbrannt werden, gibt es schon relativ lange auf dem Markt. Man kennt sie auch von den e-Zigaretten, wobei da natürlich nur Liquids und kein Cannabis verdampft wird.

Es gibt sie in generell in zwei Varianten: den großen, feststehenden und den portablen, also den sogenannten Vape Pens, die batteriebetrieben sind und die man überall hin mitnehmen kann.

Während die großen Geräte mittlerweile ziemlich aus der Mode gekommen sind (und mit den meisten Cannabis-Konzentraten auch nicht wirklich das gewünschte Ergebnis bringen) boomt das Geschäft mit den Vape Pens, deren Preise von 20 – 200 Dollar reichen.

Als einer der besten Vape Pens gilt der Pax 2 (Link), aber für Cannabis-Konzentrate ist wahrscheinlich der QuickDraw 300 DLX, der mit drei verschiedenen Aufsätzen kommt. Mit ihm kann man nicht nur Konzentrate verdampfen, sondern auch Liquid und sogar Grasblüten.

Dadurch, dass die Konzentrate in den Vape Pens nicht verbrannt werden, kommt es natürlich auch zu weniger Schadstoffen, die über die Lunge aufgenommen werden.

Allerdings ist es auch aufgefallen, dass gerade die portablen Geräte manchmal einen etwas schwachen Hit liefern und dadurch nicht das gesamte Potenzial der Extrakte ausloten.

Das umstrittene Dabben

Mit den Konzentraten, die seit 2012 einen ziemlichen Boom in der Kiffer-Szene erlebt haben, sind auch neue, nicht unumstrittene Methoden aufgekommen, sie zu konsumieren. „Dabben“ nennt man den Vorgang, wenn das Konzentrat schlagartig erhitzt wird und man den entstehenden Dampf tief inhaliert. Doch das geschieht nicht, wie beim Vapen, durch ein Gerät mit Heizelement, sondern „hausgemacht“ mit einem Rohr, einem Nagel und einem Bunsenbrenner. Der Nagel, der aus Titan hergestellt sein sollte, wird mit dem Bunsenbrenner stark erhitzt und dann das Cannabis-Konzentrat darauf platziert und ein Rohr drübergestülpt, um den sofort entstehenden Dampf zu inhalieren.

Mittlerweile gibt es die erforderlichen Geräte auch schon als Sets in den meisten Headshops zu kaufen.

Doch Gegner des Dabbens argumentieren mit dem schlechten Ruf, den Cannabis dadurch erlangen könnte und sehen es als kontraproduktiv für eine Legalisierung an. Durch die genutzten Mittel erinnert das Ganze doch irgendwie ans Crackrauchen – und das möchte nun wirklich niemand. Auch gibt es – vor allem, wenn man seine Cannabis-Konzentrate nicht aus der Apotheke zu medizinischen Zwecken sondern auf der Straße kauft – immer das Risiko von Fremdstoffen wie chemischen Zusätzen oder Lösungsmitteln im Konzentrat, die bei der Herstellung angefallen sind. Dann doch lieber einen Vaporizer, bei dem man zumindest die Imageschäden klein halten kann.

Cannabis-Extrakte: Ist es das Richtige für mich?

Nachdem wir uns in den ersten beiden Teilen unserer Reihe angesehen haben, was es für Cannabis-Konzentrate gibt und wie man sie konsumiert, stellt sich natürlich die Frage: Ist es das Richtige für mich? Nach dem ganzen Hype, wie viel heftiger Konzentrate als „normales“ Gras wirken, ist so mancher Kiffer eingeschüchtert und traut sich nicht so recht an Shatter und Co. ran. Aber wie stark wirken die hochkonzentrierten Konzentrate denn nun wirklich?

Wer schon über einen längeren Zeitraum kifft, kennt das: irgendwann „knallt“ das Gras nicht mehr so wie früher, vor allem, wenn man immer die gleiche Sorte raucht. Nimmt man dann eine andere Cannabis-Sorte, wird man auf einmal wieder ganz anders high – und genau das ist eine der Mysterien von Cannabis, die noch nicht wissenschaftlich erklärbar sind.

Viele Kiffer stellen sich vor ihrem ersten Kiffen von Extrakten deshalb oft die Frage: „Könnte das zu stark für mich sein?“

Langsam an die richtige Portion herantasten

Generell kann man sagen: wenn der Konsum von Extrakten „zu stark“ ist, hat man es wahrscheinlich damit übertrieben. Und das lässt sich auch ganz einfach erklären: die Menge, die man mit ungefähr einem Joint einnimmt, ist ungefähr gleich mit der Menge eines „Hits“ mit Konzentraten. Jetzt macht man sich aber in der Regel nach dem ersten Joint nicht direkt den Nächsten an, aber ist dazu verführt, nach dem ersten Hit einen Zweiten zu nehmen, einfach, weil es sich im ersten Moment nicht so anfühlt, als ob es genug wäre.

Deshalb sollte man sich – gerade, wenn man das erste Mal mit Extrakten herumexperimentiert – ganz langsam an die optimale Menge herantasten. Ein kleiner Hit und erstmal abwarten, wie es wirkt. Als Kiffer hat man es relativ schnell raus, wie viel man auf einmal verträgt, absolute Neulinge hingegen sollten noch vorsichtiger agieren. Schon ein winzig kleines bisschen BHO reicht für einen ordentlichen Rausch.

Für wen sind Cannabis-Extrakte geeignet?

Eigentlich für fast jeden, der sich mit dem Thema Cannabis befasst. Schmerzpatienten, die medizinisches Cannabis verschrieben bekommen haben, dessen Wirkung als Grasblüten aber nicht mehr ausreichend ist, sprechen beispielsweise von einer schnelleren und wirksameren Behandlung durch die Extrakte.

Auch langjährige Kiffer, die mal was Neues ausprobieren wollen, testen die Extrakte gerne aus, um ein stärkeres Gefühl des High-Seins zu erreichen. Oder Cannabis-Gourmets, die mit Shatter, Wachs und Co. beim Kochen experimentieren.

Aber auch all diejenigen, die gerne unauffällig kiffen, tendieren immer mehr dazu, Cannabis-Extrakte zu konsumieren. Denn im Gegensatz zum Gras gibt es kaum eine Geruchsentwicklung, wenn die Konzentrate verdampft werden, man hat keine stinkenden Finger, keine Asche und auch nicht die Gefahr von umfallenden Bongss und Co.

Und gerade, weil durch die Legalisierung in einigen Staaten der USA, quasi täglich neue Geräte und Techniken entwickelt werden, lohnt es sich, ein Auge auf die Thematik zu haben. In Deutschland ist – wie auch für Gras – der Konsum legal, der Handel allerdings natürlich verboten. Und auch der Selbstanbau für das Gras, dass man für die Herstellung von Extrakten benötigen würde, ist in Deutschland nicht legal!

Pflanzenbeleuchtung