Kiffen in Kanada – (Fast) Legal

Kiffen in Kanada
Als Kiffer horcht man immer auf, wenn es darum geht, wo man legal und ohne staatsanwaltliche Verfolgung kiffen kann. Und neben unserem offensichtlichen Nachbarn Holland, hört man auch von Kanada immer wieder, dass Kiffen hier erlaubt sei. Aber ist es auch wirklich so?

Tatsächlich hat Cannabis als Genussmittel in Kanada einen wesentlich besseren Ruf als in Europa. Es gilt als relativ harmlose Droge und auch, wenn die rechtliche Lage nicht ganz eindeutig ist, kann man doch problemlos an Gras kommen. Wie? Auf Rezept vom Arzt – allerdings zücken die kanadischen Ärzte in Kanada wesentlich schneller den Rezeptblock, wenn es um das Verschreiben von Cannabis zu medizinischen Zwecken geht.

Die rechtliche Lage in Kanada

Seit 2003 ist Cannabis in Kanada für eine medizinische Behandlung erlaubt, allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen. So gibt es offiziell nur 15 Cannabis-Händler, die mit Zulassung das Gras an den Mann bringen dürfen. Um in den Genuss zu kommen, muss man eine Bescheinigung vom Arzt vorlegen und sich bei der Gesundheitsbehörde registrieren lassen. Es gibt aber auch noch einen anderen Weg: nämlich den zum Notar, der ohne ärztlichen Nachweis ebenfalls eine „Genehmigung“ ausstellen kann, mit der man in den Coffee-Shops das Gras erwerben kann. Kostenpunkt: 50 kanadische Dollar.

Wird man ohne ärztliche Genehmigung beim Kiffen erwischt, kommt es auf die Menge an Gras an, die man dabei hat. Unter knapp 28 gr (also einer Unze, einem gängigen Maß in Kanada), kommt man noch straffrei davon – allerdings kann es sein, dass die Polizei das Gras in manchen Fällen einkassiert.

Bei mehr muss man sich vor Gericht verantworten, aber auch da sind die Toleranzen recht hoch und man muss schon ordentlich Gras im Gepäck haben, um eine rechtliche Verfolgung zu befürchten.

Der im Oktober neu gewählte Premierminister kündigte schon an, dass Cannabis wohl in naher Zukunft komplett legalisiert werden könnte – etwas, worauf zahlreiche Händler schon händereibend warten.

Vancouver – das „Lotusland“ für Kiffer

Die Stadt an der Westküste Kanadas hat schon lange den Ruf als Mekka für Kiffer, Alternative und Aussteiger und pflegt diesen Ruf auch gerne. Hier profitieren Betreiber von sogenannten Hanf-Apotheken (die eigentlich nichts anderes als die bekannten Coffee-Shops in Holland sind) von der Gutmütigkeit der Behörden. In einer legalen Grauzone angesiedelt schießen hier die Cannabis-Shops aus dem Boden wie die Pilze (die man allerdings nicht kaufen kann). In den über 100 Shops kann man vom fertig abgepackten Gras über gerollte Joints, Cannabisöl, Cremes und co. alles kaufen, was das Kifferherz begehrt. Allerdings nur mit einer sogenannten „Mitgliedskarte“, die man ausgestellt bekommt, nachdem man eine ärztliche Bescheinigung vorgelegt hat. Wer nicht beim Arzt vorstellig werden, aber trotzdem eine Mitgliedskarte haben möchte, kann noch einen anderen Weg beschreiten: Über einen Notar. Der stellt keine Fragen und verlangt keine ärztliche Bescheinigung, sondern stellt für 50,- kanadische Dollar einfach eine Erlaubnis aus, mit der man Zugang zu den Shops erlangen kann.

In Vancouver hat sich ein florierendes Geschäft mit dem Gras entwickelt und manche Reiseveranstalter bieten sogenannte „Pot-Tours“ an: erst zum Notar und dann zum Shop – einfacher kann Kiffen wohl nicht mehr werden.

Auch wenn die (jetzt abdankende) Regierung in Ottawa und allen voran die Gesundheitsbehörde, sich gar fürchterlich über die laxe Verfolgung der Gesetze in Vancouver aufregt, die Polizei sieht es entspannt und lässt die Shop-Besitzer gewähren. Doch die sind sich auch darüber bewusst, dass der gleiche Shop außerhalb von Vancouver für sie empfindliche Strafen bedeuten könnte.

Als Tourist in Kanada

Eins vorweg: in Kanada ist es recht einfach, fast überall an Gras zu kommen – aber nicht überall ist es auch ungefährlich oder legal! Wer also auf Nummer sicher gehen möchte, sollte einen Trip nach Vancouver – von den einheimischen Kiffern auch gerne Vansterdam genannt – buchen.

Und sobald sich an der gesetzlichen Lage in Kanada etwas ändert und die Verbote endgültig und komplett fallen gelassen werden, erfahrt Ihr das natürlich hier bei uns.