Legalisierung von Cannabis : Der verpasste Milliarden-Cash-Flow

Wo immer sie eingeführt wurde, hat sich die Legalisierung von Cannabis als klassisches Win-Win Geschäft herausgestellt.

Einerseits gewinnt der eigentlich weltweit lange verloren geglaubte, prinzipielle Kampf gegen Drogen in allen Staaten mit Cannabis Legalisierung innerhalb von Monaten eine neue Dynamik. Der Straßenhandel und die damit verbundene Kriminalität gehen zurück, das Rechtssystem und die Exekutive werden entlastet, Millionen an Steuergeldern eingespart. Sowohl Überfälle als auch Körperverletzungen und Tötungsdelikte und nicht zuletzt häusliche Gewalt nehmen statistisch betrachtet deutlich ab.

Gleichzeitig gewinnen Kommunen durch die Cannabis Legalisierung einen neuen Wirtschaftszweig hinzu, dessen Realeinnahmen aus den unterschiedlichen Steuerformen plus lokalen Umsätzen aufgrund sekundärer Branchen wie Tourismus, Gastronomie, Einzelhandel etc., sie sich in ihren kühnsten Träumen nicht ausgemalt hätten.

Colorado, der US-Staat im (Goldgräber-) Rausch

Legalisierung von Cannabis : Der verpasste Milliarden-Cash-Flow

Duftproben in einem Hanf-Shop in Colorado

Der US-Bundesstaat Colorado steht dabei an der Spitze einer Legalisierungswelle, die längst zahlreiche andere Bundesstaaten erfasst hat, in denen fieberhaft an einer wählerverträglichen Lockerung der bestehenden Cannabis Verbote gestrickt wird.

Colorado ist gleichzeitig Maßstab und Versuchskaninchen; ein vergoldetes allerdings, das 2015 über 100 Millionen Dollar an Steuergeldern an seiner Vorreiterrolle bei der Cannabis Legalisierung verdient hat. Die monatlichen Einnahmen für den Staat haben sich 2015 gegenüber dem Vorjahr nochmals solide verdoppelt. In 2014, dem ersten Jahr der Cannabis Legalisierung, hatte Colorados Fiskus bereits 44 Millionen Hanf-Dollar abgeschöpft. Ein Ende des ungebremsten Wachstums ist auch 2016 nicht in Sicht. Die Millionen fließen zum größten Teil in lokale Bildungsprojekte; ein Teil geht auch an Aufklärungskampagnen gegen den Cannabis Gebrauch durch Jugendliche, auf den streng geachtet wird.

Doch was noch viel wichtiger zu sein scheint: Der kulturelle und gesellschaftliche “Tipping Point” der sozialen Akzeptanz scheint nur anderthalb Jahre nach der Cannabis Legalisierung erreicht zu sein. Auch konservativere Kreise, die lange Vorbehalte vor der vollständigen Dekriminalisierung von Cannabis und der Etablierung einer kompletten THC-Branche gehabt haben, knicken nun vor dieser friedlichen – und enorm lukrativen – Revolution ein. Inzwischen unterstützen 58% der Einwohner Colorados eine Aufrechterhaltung der Cannabis Legalisierung, ob sie nun selber kiffen oder nicht.

Nicht umsonst heißt das neue Wirtschaftswunder auch liebevoll Dot Bong

Dot Bong

Im letzten Jahr hat sich die Colorado Cannabis-Industrie in Colorado offiziell zum schnellst wachsenden Markt der USA gemausert. Die Marktforschungsagentur Arcview Market Research, auf die ökonomische Analyse des weltweiten Marihuana Markts und seiner Entwicklung spezialisiert, hat in ihrem Report “The State of Legal Marijuana Markets” (3. Auflage) für 2014 ein Branchenwachstum von 74% beobachtet. Bis 2019 prognostiziert der Datensammler eine Umsatzexplosion auf elf Milliarden Cannabis-Dollar jährlich alleine für den amerikanischen Markt.

Andere Experten prophezeien mindestens ein nochmal 300%es Wachstum in den kommenden fünf Jahren. Und nicht nur das: Langsam beginnen auch die klassischen Multimillionendollar-Start-ups in Silicon Valley und die Investmentbroker der New Yorker Wall Street Wind vom Hanf-Aroma und den Dollarquellen zu bekommen, die nach der Cannabis Legalisierung zu sprudeln beginnen – denn es fließt kräftig Kapital aus den klassischen Fundtöpfen ab, um Richtung Colorado umgelenkt zu werden.

Was aber lokal das noch viel wichtigere Phänomen der Cannabis Legalisierung ist: Allein in Denver sind vorsichtigen Schätzungen zufolge 15.000 neue Jobs durch die Ansiedlung der verschiedenen Zweige der Weed-Branche entstanden.

Und das, obwohl es in diesem Sektor ein besonders für das Plastikgeld-verliebte Amerika obskures Problem gibt. Zwar haben einzelne Bundesstaaten die Cannabis Legalisierung durchgesetzt. Auf Staatsebene jedoch ist der Hanf-Handel immer noch illegal. Deshalb würden sich Banken und Finanzinstitute, die überregional agieren, mit einem Engagement in der Cannabis-Branche strafbar machen. Also gilt: Wer mit THC sein Geld verdient, ist zwar ein Steuer zahlendes Unternehmen, darf als solches aber weder ein Konto eröffnen, deshalb natürlich auch kein Geld überweisen und auch keine Geschäfts-Kreditkarte führen – es sei denn, es geht um den Handel mit ärztlich verschriebenem, medizinischen Marihuana.

Die Legalisierung von Cannabis bildet eine Parallelwirtschaft heraus

Ganz genau: Das komplette Cannabis Geschäft läuft in bar, mit knisternden Scheinen. Die praktischen Folgen sind oft absurd. So muss auch die Steuer in Bar zum Finanzamt gekarrt werden, im wahrsten Sinne des Wortes, und das meist unter Aufsicht schwer bewaffneter Security (deren diesbezügliche Neuneinstellungen nach der Legalisierung von Cannabis zum Wachstum sogenannten Sekundärbranchen zählen, die in die zusätzlichen Steuereinnahmen noch gar nicht eingerechnet wurden).

Doch das sind nicht die einzigen Hürden, die durch die “Nur-Bares-ist-Wahres”-Maxime entstehen. Alle Beteiligten sind fest davon überzeugt, dass der bisherige Boom nur die Spitze eines Eisbergs sein könnte, wenn der Einsatz von Kreditkarten sowohl für Einzelhändler beim Einkauf als auch für Endkunden erlaubt wäre – und wachsende Unternehmen sich durch Bank-Darlehen schneller weiter entwickeln könnten. Hinzu kommt noch, dass diese Einschränkungen auch für staatliche Subventionierungen und Vergünstigungen gelten, die kleine Unternehmen oder Start-Ups anderer Industriezweige in Anspruch nehmen können. Dieser Regulierung von oben bremst ein Wachstum, das sonst im Zuge der Cannabis Legalisierung noch weitaus größer ausfallen würde.

Ebenfalls hinderlich ist die ambivalente Situation, wenn es um Marketing und Werbung geht.

A sign-spinner outside a west Denver medical marijuana dispensary advertises low-cost pot as rush hour drivers pass the pot shop on Monday, Aug. 13, 2012. The spinner, who wouldn’t give his name, could be out of a job under an outdoor advertising ban was approved by the Denver City Council. (AP Photo/Kristen Wyatt)

A sign-spinner outside a west Denver medical marijuana dispensary advertises low-cost pot as rush hour drivers pass the pot shop on Monday, Aug. 13, 2012. The spinner, who wouldn’t give his name, could be out of a job under an outdoor advertising ban was approved by the Denver City Council. (AP Photo/Kristen Wyatt)

Wer werben will, muss seine Schilder selber halten – aufgehängt wären sie verboten

Anders als Alkohol, darf Cannabis nicht auf Postern oder Billboards in der Öffentlichkeit beworben werden; das gleiche gilt für TV-Spots.

Überraschender Gewinner der Cannabis Legalisierung: Der Mittelstand

Dabei kommen die Dollars nicht etwa aus den ungewaschenen Jeanstaschen ehemals verstohlener, 20-jähriger Kiffer; im Gegenteil. Natürlich ähnelt etwa der jährliche Cannabis Cup in Denver an vielen Orten mehr Woodstock als einer Bridge Party. Aber generell gehört der alltägliche Durchschnittskunde der Cannabis Shops in Colorado zu den sogenannten “Business Professionals” über 25 bis 55, mit überdurchschnittlichem Einkommen und solide im Mittelstand positioniert.

Entsprechend der Kaufkraft und ästhetischen Ausrichtung ihrer Kunden erinnern die Mehrzahl der amerikanischen Hanf-Geschäfte auch eher an Wein- oder Zigarrenläden, nur das hier keine gelernten Sommeliers mit Kunden über Abgänge fachsimpeln, sondern professionell anmutende “Budtender” mit viel Einfühlungsvermögen die individuellen Anforderungen der Kunden eruieren und dann die entsprechenden Cannabis Sorten herausfiltern. Die Beschreibungen der Pflanzencharakteristika und Aromen erinnern dabei deutlich an die blumige Sprache von Weinwälzern und Trüffel-Tastings.

Budtender

Budtender bei der Arbeit

Doch von Zigtausenden besuchten Festivals und einheimischen, wohlhabenden Stammkunden sind dabei beileibe nicht die einzigen Geldquellen, die in Colorado und anderen offenen Staaten seit der Cannabis Legalisierung sprudeln. Generell nimmt der Weed-Tourismus ein zahlenmäßiges Ausmaß jenseits aller Vorhersagen an. Das lässt die lokale Wirtschaft boomen und kurbelt die Steuereinnahmen zusätzlich an. 2014 haben die für den Tourismus Zuständigen 71,3 zusätzliche Millionen Besucher in Colorado verzeichnet, über den gesamten Bundesstaat verteilt. Diese reiselustigen Kiffer ließen die sagenhafte Summe von 18,6 Milliarden Dollar zurück, die neben Gras-Einkäufen bei Hotels und in der Gastronomie, im Einzelhandel und bei Veranstaltern landeten – und nebenbei ein hübsches Sümmchen für den Staat abwarfen, völlig unabhängig von der Cannabis Steuer an sich.

Medical CannabisHinzu kommen die Zusatzeinnahmen, die im Kontext des zu therapeutischen Zwecken genutzten Marihuanas stehen.

Inzwischen haben sich zahlreiche spezialisierte Mediziner, Therapeuten, beratende Ausgabestellen und Apotheken sowie andere heilpraktische Kleinunternehmen in Colorado etabliert, die sich auf die Behandlung mit medizinischem Marihuana konzentrieren.
Interessanterweise haben die Anfragen nach Kassen-Lizenzen nicht zugenommen. Nach wie vor liegt die Zahl der sogenannten “Medical Marijuana Cardholders”, die ihr THC verschrieben und dieses dann von der Krankenkasse erstattet bekommen, bei 110.000 bis 115.000. Allem Anschein nach beginnen Patienten und Therapeuten, an den Kassen vorbei die Behandlung selbst zu konzipieren und zu finanzieren.

Das der Dot Bong ernst genommen wird, lässt sich auch an den Persönlichkeiten ablese, die ihre hart verdienten Millionen in seine Zukunft investieren. Ein Beispiel: Peter Thiel, Gründer des Internet-Bezahlgiganten Paypal (für 1,5 Milliarden Dollar an Ebay verkauft) und mit seiner Investment-Firma Founders Fund erster externer Anleger bei Facebook und beteiligt an Firmen wie Spotify und Airbnb. Thiel hat Millionen des Fund-Vermögens in die Firma Privateer Holdings gesteckt, die sich selbst als Private Equity Unternehmen beschreibt, welches “die Zukunft der legalen Cannabis Industrie mitgestalten” wird. Privateer Holdings will unter anderem – in Einverständnis mit seinen Erben – Bob Marleys Namen als “Marke” unterschiedlicher Cannabis Produkte weltweit vermarkten.

Hier liegen die Milliarden, die Deutschland so nötig bräuchte

Lösung Cannabis

Wann sah das letzte Mal eine politische Lösung so elegant aus?

Eine Cannabis Legalisierung in Deutschland könnte mehr gegenwärtige Probleme lösen als auf den ersten Blick ersichtlich.

Dabei stehen natürlich zunächst die offensichtlichen Vorteile der Entkriminalisierung von Cannabis im Vordergrund – für jugendliche und junge Straftäter, ob Konsumenten oder Dealer; für das ohnehin überlastete Rechtssystem; für Exekutive und Vollzugsanstalten. Potenzielle Gesundheitsschäden durch verunreinigtes Marihuana wären ein Problem der Vergangenheit; Jugendliche kämen nach der Legalisierung von Cannabis nicht mehr in Kontakt mit Händlern, die tatsächlich toxische und Sucht erzeugende Drogen anbieten; Drogenkarrieren begännen gar nicht erst. Ein Großteil des Dealer-Milieus würde austrocknen.

Doch abgesehen hiervon zeigen die Beispiele aus Colorado oder Washington, dass einem Staat ohne die vollständige Legalisierung von Cannabis Milliarden an Zusatzeinnahmen jährlich entgehen. Hier wird ein kompletter Wirtschaftszweig behindert, der nicht an milliardenschwere Investitionen in High-Tech oder komplexe Innovationen gekoppelt ist, der keines wissenschaftlichen Forschungsvorlaufs bedarf, der nachhaltig und Ressourcen schonend gestaltet werden kann, Kleinunternehmer und Mittelständler fördert und auch ungelernten Arbeitskräften nennenswerte Perspektiven bietet.

Es gibt wohl kein anderes Produkt als Cannabis, was so einfach innerhalb eines Jahres eine komplette Branche aus dem Nichts stampfen könnte – bei einer bereits bestehenden Zielgruppe mit solider Kaufkraft.

Die Legalisierung von Cannabis bedeutet nicht nur zusätzliche Steuereinnahmen in Milliardenhöhe, sondern auch die Neuentstehung zuvor nicht vorhandener Jobs. In Colorado entstanden Zehntausende neuer Arbeitsplätze – eine Währung vor allem für junge Menschen ohne akademische Ausbildung, die in den nächsten Jahrzehnten wertvoller sein wird als Bargeld.

Dabei scheint Gesetzgebern und politischen Akteuren oft nicht klar zu sein, wie vielschichtig die Weed-Branche in all ihren Facetten eigentlich ist. Die Legalisierung von Cannabis würde nicht nur aus Dealern legale Händler machen und ein paar Züchter aus den Schatten ihrer kriminellen, landwirtschaftlichen Betätigungen befreien. Aus der Legalisierung von Cannabis erwächst eine ganze Reihe von Jobs, zu denen diejenigen, die von dem sich entwickelnden Marihuana-Tourismus profitieren würden, noch nicht einmal einberechnet sind.

Nicht alle davon sind exzellent bezahlt. Aber sie bieten einer ganzen Reihe Menschen Arbeit, generieren Gewerbesteuer und Ausbildungsplätze und bieten sich zum Teil auch für Langzeitarbeitslose und ungelernte Arbeiter an – wie ja theoretisch auch jeder “Budtender” werden kann, der/die eine gute Nase hat und individuell und empathisch auf Kundenbedürfnisse eingehen kann.
Die Bandbreite der Cannabis Jobs ist fast unerschöpflich

Cannabis kann für eine außergewöhnliche Breite an Krankheiten und Symptomen eingesetzt werden. Nach der Cannabis Legalisierung ist die therapeutische Anwendung längst nicht mehr auf die heute zugelassenen, in der Apotheke erhältlichen Arzneimittel beschränkt. Stattdessen können auch Cannabis-Konzentrate zum Einsatz kommen, wie etwa Hasch-Öl, Cannabis-Tinkturen oder Resultate anderer Extraktionsprozesse. Diese im höchsten Reinheitsgrad aus ausgezeichneten, hoch-potenten Pflanzen in gleichbleibender Qualität und Stärke herzustellen, wird einen ganz eigenen Produktionszweig aufblühen lassen, zu dem Labore und deren Einrichtungen sowie die Entwicklung entsprechender Technologien gehören.

Nicht zuletzt Glasmacher und die Hersteller von E-Zigaretten werden sich über die damit einhergehende Markterweiterung freuen. Die Legalisierung von Cannabis entlässt ein Produkt auf den Markt, das nicht nur in Hanf-Shops als Marihuana oder Hasch verkauft zu werden braucht. In Denver beispielsweise haben sich ganze Cafés, Bäckereien, Eisdielen oder Restaurants auf die Verarbeitung von Marihuana in Lebensmitteln spezialisiert. Gleiches gilt für den Online-Versand von länger haltbaren Backwaren oder konservierte Lebensmitteln mit potenten Inhaltsstoffen.

Potente Erdnussbutter-Cookies, fertig für den Versand

Zwar wird dieser Industriezweig gerade in Deutschland wahrscheinlich diffizil sein, Cannabis Legalisierung hin und her. Wir (und die EU) haben immer schon großen Wert auf die genaue Auszeichnung unserer Nahrung gelegt – hier wird für den THC-Gehalt und verwandte Werte eine völlig neue Skala gefunden werden müssen. Dann aber bietet diese Darreichungsform eine geradezu unbegrenzte Einnahmequelle für findige Gastronomen und Lebensmittelhersteller.

Sehr viele Jobs werden rund um die Zucht, Anzucht und die Landwirtschaft der Cannabispflanzen entstehen. In den meisten Fällen werden diese in Innenräumen gezüchtet werden und auf diese Weise auch keine wertvollen Ackerflächen okkupieren.

Hier sind Biologen genauso gefragt wie Gärtner, aber auch Hilfen bei der Pflanzenversorgung und Ernte, sowie der anschließenden Verarbeitung, wie etwa dem Einleiten und beobachten des Trocknungsprozesses.

Ebenfalls hinzu kommt die Produktion des notwendigen Equipments wie speziellen Pflanzenlampen etc. Auch der Pflanzenschnitt ist extrem wichtig für die Qualität des resultierenden Produkts. Je nach Kunden und Verwendung müssen die Blüten sorgfältig entfernt oder die groben Blätter ausgesondert werden, bevor die ganze Pflanze getrocknet wird.

Anders als bei vielen anderen landwirtschaftlichen Produkten wird die Legalisierung von Cannabis überdurchschnittlich viele Eigenanbauer nach sich ziehen. Daher bildet sich der Samen- und Equipmentverkauf für die persönliche Zucht in Ländern mit Cannabis Legalisierung schnell zu einem eigenen Branchenzweig heraus.

Weitere Einnahmequellen und Gelegenheiten für Entrepreneurship erstrecken sich auf die gesamte Tourismusbranche sowie die Event-Planung, sei es nun für Endverbraucher oder im Business-to-Business Bereich.

Will auch organisiert sein: “420 in the Streets”, ein Cannabis-Straßenfest in Colorado

Natürlich wird mit der Legalisierung von Cannabis in Deutschland auch eine weitere Einstellung von administrativen Posten notwendig, ob innerhalb der Verwaltung oder bei Krankenkassen.

Die Cannabis Legalisierung wäre eine zukunftsfähige, politische Entscheidung

Ich stelle mal eine kontroverse Frage in den Raum: Wie lange kann sich ein Land wie Deutschland, das auf unabsehbare Zeit vor einem unvorhergesehenen finanziellen Mehraufwand in Milliardenhöhe steht und zudem schnell neue Jobs schaffen muss, die nicht staats-subventioniert sind und auch ungelernte Arbeitnehmer berücksichtigen müssen, noch die Illegalität von Cannabis leisten?

Wir haben in den letzten Monaten eine beispiellose humanitäre Leistung gestemmt, die Deutschland zum sozialen Vorbild in Europa hat werden lassen, ungeachtet der vielen ambivalenten Einzelentscheidungen. Nun muss unser Haushalt die Folgekosten auf eine Art und Weise finanzieren, die die xenophoben Tendenzen in unserer Gesellschaft und die Angst des „besorgten Bürgers“ nicht noch weiter füttert.

Man mag mir vorwerfen, ich würde Dinge verknüpfen, die in keinem Kausalzusammenhang stehen. Aber ähnlich wie mit der Energiewende und dem Umgang mit der Flüchtlingskrise hätte Deutschland auch in der Frage der Cannabis Legalisierung eine historische Chance, der Welt zu zeigen, wie Vernunft über Ideologien siegen kann – in diesem Fall mit dem unmittelbar eintretenden „Nebeneffekt“, mit einer einzigen legislativen Entscheidung die Mehrkosten beider anderer Entscheidungen gleich mitzufinanzieren.

Ich frage mich ernsthaft, ob es angesichts der inzwischen statistisch wie wissenschaftlich belegten Bedenkenlosigkeit einer Legalisierung von Cannabis nicht sogar verfassungsbrüchig ist, diesen Wirtschaftsmotor in Zeiten erhöhten finanziellen Bedarfs weiter durch nicht mehr belastbare, rein ideologische Gründe zu bremsen.

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