Wirkung Cannabis bei Männer und FrauenWirkt Cannabis bei Frauen und Männern unterschiedlich?

Generell ist es schwierig zu sagen, wie Cannabis überhaupt auf den menschlichen Körper wirkt, denn das ist wissenschaftlich nachgewiesen von Person zu Person unterschiedlich. Der eine Mensch wird nach dem Kiffen eher ruhig und entspannt, während die andere Person überdreht und gutgelaunt ist. Und dann ist da letztlich auch die Frage danach, welche Gras-Sorte konsumiert man, denn auch hier gibt es ganz gravierende Unterschiede, was die Wirkungsweise auf den Organismus angeht. Aber gibt es eigentlich generelle Unterschiede zwischen Mann und Frau, wenn es um den Konsum von Cannabis geht? Reagieren Männer auf Weed anders als Frauen?

Eine Studie aus den USA sagt ja. Aber warum? Und ist es wirklich so, dass Männer viel häufiger zum Joint greifen als Frauen? Wir schauen genauer hin.

Ist Kiffen ein Männerding?

Verschiedene Untersuchungen und Studien haben es schon lange erahnen lassen: Männer kiffen häufiger als Frauen. Bei Jugendlichen halten die Zahlen sich zwar noch in Maßen ( 9 % der Jungen und 6 % der Mädchen zwischen 12 – 17 Jahren haben schon einmal einen Joint geraucht), aber bei den Erwachsenen wird die Diskrepanz dann doch sehr deutlich. Hier haben doppelt so viele Männer in den letzten 12 Monaten gekifft als Frauen.

Aus diesem „Problem“ erwächst ein neues: bei Studien greifen die Wissenschaftler häufiger nur auf Männer zurück, die Frauen und die andere Wirkungsweise wird meist nicht miteinbezogen. Gelten diese Cannabis-Studien also nur für Männer? Es mussten erst zwei weibliche Wissenschaftler ran, um zu untersuchen, ob Cannabis bei Frauen und Männern unterschiedlich wirkt.

Wie erkennt man Unterschiede in der Wirkung?

Die beiden Forscherinnen Margaret Haney und Ziva Cooper planten einen Versuch, der beide Geschlechter, männlich wie weiblich, gleichermaßen unter die Lupe nahm. Jeweils 35 Versuchspersonen im durchschnittlichen Alter von 27 Jahren nahmen an der Untersuchung teil. Voraussetzung: jeder von ihnen kiffte am Tag mehrere Joints.

Und die Ergebnisse waren durchaus interessant: Beide Geschlechter mussten eine bestimmte Anzahl Züge an bis zu sieben Joints nehmen. Der Clou: in einer Gruppe war THC-haltiges Cannabis verbaut, in der anderen Gruppe inaktives Cannabis, welches keinen Rausch auslösen kann.

Körperlich fand man keine gravierenden Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Der Herzschlaf nahm bei der Einnahme des aktiven Cannabis‘ zu. Aber da hörten die Gemeinsamkeiten auch schon auf.

Subjektiv fühlten die Frauen die Wirkung des aktiven Cannabis stärker als die Männer und wollten dieses Erlebnis gerne wiederholen. Der logische Schluss: Frauen reagieren durchaus um einiges sensibler auf Cannabis als Männer – sind allerdings genau deshalb auch anfälliger für eine Cannabisabhängigkeit als die männlichen Counterparts.

Zudem haben die Forscherinnen einen Zusammenhang zwischen täglichem Cannabiskonsum bei Frauen und einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für eine Angststörung festgestellt: fünf Mal so hoch wie bei nicht-kiffenden Frauen sei diese, und damit ziemlich hoch. Ein Teufelskreis, denn viele Frauen greifen genau wegen dieser Angststörungen zum Cannabis, um diese „erträglich“ werden zu lassen.

Auch durch Tierversuche, in welchen Cannabis an Ratten getestet wurde, kam man auf ähnliche Ergebnisse. Die weiblichen Tiere reagierten nach dem Cannabis schmerzunempfindlicher und man konnte eine verstärkte Aktivität an den Cannabisrezeptoren im Hirn feststellen.

Männer anfälliger für durch Cannabis ausgelöste Psychosen

Das psychische Störungen durch den Konsum von Cannabis ausgelöst oder verstärkt werden können, ist kein Geheimnis. Allerdings haben nun Forscher von der englischen University of York herausgefunden, das es auch hierbei Unterschiede zwischen dem weiblichen und dem männlichen Geschlecht gibt.

In ihrem Aufsatz „Cannabis psychosis, gender matters“ haben die Forscher Daten von Cannabis-Psychosen-Patienten aus staatlichen Krankenhäusern ausgewertet. Hierbei fiel vor allem eines auf: nicht nur, kiffen Männer häufiger als Frauen (Verhältnis 2:1), sie leiden auch öfter an durch Cannabis ausgelösten Psychosen. Hier liegt das Verhältnis bei massiven 4:1.

Wie Cannabis positiv auf Frauen wirken kann

Neben den eher unangenehmen Unterschieden, wie die gesteigerte Anfälligkeit für eine Cannabisabhängigkeit kann der Cannabis-Konsum für Frauen allerdings auch einige Vorteile mit sich bringen:

  • Cannabis kann gegen Brustkrebs helfen: Forscher vom California Pacific Medical Center haben herausgefunden, dass ein bestimmter Wirkstoff im Cannabis ein Gen in Brustkrebszellen ausschalten kann, welches entscheidend an der Metastasenbildung beteiligt ist. Dadurch kann eine Streuung im Körper verhindert oder gebremst werden.
  • Cannabis hilft bei Regelschmerzen: Viele Frauen kennen es, die krampfartigen Schmerzen, die einen einmal im Monat erwarten. Der Wirkstoff Tetrahydrocannibol verfügt über eine krampflösende Wirkung und kann so als Alternative zu chemischen Schmerzmitteln genutzt werden.
  • Kiffen kann den Sex verbessern: Das Frauen auf Cannabis sensibler reagieren, haben wir ja nun schon gelernt. Aber das bedeutet auch, dass sie das „bekiffte Liebesspiel“ lustvoller und intensiver erleben können, welches zu einer Steigerung der allgemeinen Libido führen kann.
  • Cannabis hilft, die schlanke Taille zu behalten: es stimmt zwar, dass man bekifft öfter mal von Heißhungerattacken, den sogenannten „Fresskicks“ oder „Fressflashs“ überkommen wird, aber eine Untersuchung von US-Forschern hat ergeben, dass die Wahrscheinlichkeit an Übergewicht zu leiden bei Kiffern um ein Drittel geringer ist als bei Nicht-Kiffern.

Weiterführende Links

Cannabis gegen Brustkrebs
Cannabidiol as a novel inhibitor of Id-1 gene expression in aggressive breast cancer cells