Hanf gegen Papier - Vorteile von Hanfpapier

Hanf gegen Papier – die Vorteile von Hanfpapier

Fast jeder zweite Baum, der für industrielle Zwecke gefällt wird, endet als Zeitung, Zeitschrift, Geschenkpapier, Verpackung oder Toilettenpapier.  Weltweit wird jeder fünfte Baum für die Produktion von Papier gefällt. Hanfpapier könnte als Alternative zu Papier, das aus Bäumen hergestellt wird, eine wertvolle und nachhaltige Quelle für einen Großteil des weltweiten Papierbedarfs sein und damit entscheidend zur Erhaltung unseres Öko-Systems beitragen.

Erstmals wird Papier im Jahr 105 vom Chinesen Cai Lan erwähnt das zum Teil aus Hanf hergestellt wurde. Mit ihrem hohen Gehalt an Zellulose und einem niedrigen Gehalt an Lignin ist die Hanf-Pflanze viel besser für Papier geeignet als Bäume. Hanf wächst viel schneller als ein Baum und Hanfpapier umweltfreundlicher produziert werden. Darüber hinaus bleiben die für uns so wichtigen Wälder erhalten.

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Die viel zu langsamen weltweiten gesetzlichen Lockerungen des Hanfanbaus können jedoch nicht über Nacht die gesamte massive Nachfrage nach Papier durch Hanfpapier ersetzen. Politisches Umdenken und Handeln ist notwendig, um den Prozess von Produkten auf Hanfbasis zu fördern und zu beschleunigen.

Obwohl der 45.Präsident der USA den Klimawandel leugnet und er alles dafür tut der Umwelt zu schaden haben die USA unter diesem Präsidenten das Farm Bill Gesetz von 2018 ratifiziert und die amerikanischen Landwirte haben sich zum Vorreiter des Wandels zur Nutzung von Hanf entwickelt während Europa im wahrsten Sinne des Wortes weiterhin auf dem Baum schläft.

Alle Anstrengungen in den USA zeigen das trotz massiver Förderung bei Landwirten und Industrie viel Zeit nötig ist um ausreichend Rohstoffe aus Hanf zu produzieren. Um Hanfpapier in den von uns gewohnten Papiersorten und Druckqualität für Visitenkarten, Druckpapiersorten und Verpackungen herzustellen fehlt es auch noch an Technologie. Eine Chance für deutsche Ingenieurskunst, Maschinenbauer und Werkzeugmacher.

Was ist Hanfpapier?

Hanfpapier kann aus den langen und kurzen Bastfaser der Hanfpflanze hergestellt werden. Während die Herstellung von Faserpapier ein dünnes, zähes, sprödes und raues Material liefert ist Zellstoffpapier zwar nicht so stark wie Faserpapier dafür aber weicher, dicker und einfacher herzustellen. Zellstoffpapier aus Hanf kann für die meisten alltäglichen Zwecke verwendet werden. Die chemische Zusammensetzung der Hanfpflanze ähnelt dem von Holz was die Pflanze zu einem idealem Rohstoff für die Herstellung von Papier macht. Qualität und Quantität sind besser als beim Holz. Der Hanfzellstoff ist besser als Holzzellstoff und in der Menge kann mit Hanf mindestens 4-mal Papier hergestellt werden als mit Holz. Bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts war Hanf weltweit verbreitet ging jedoch Anfang des 20. Jahrhunderts auf fast Null zurück, weil der Handel mit Hanf weltweit verboten wurde.

Die Geschichte des Hanfpapiers

  1. Erste Papier auf der Welt
    Schon sehr früh in der Geschichte der menschlichen Zivilisation wurde Hanf als Papier genutzt. Die erste Verwendung von Hanfpapier fand in China statt indem zerkleinertes Hanfgewebe mit anderen Materialen vermischt wurde. Das erste identifizierte Papier aus Hanf stammt aus der frühen Han-Dynastie aus der Zeit zwischen 200 bis 150 v.Chr.
  2. Von China aus verbreitet sich Hanfpapier weltweit
    Nachdem die Chinesen das Papier erfunden hatten fand es schnell eine vielseitigere Verwendung als die Nutzung für Aufzeichnungen und die Herstellung von Büchern. Man entdeckte das Hanfpapier auch zum Schutz für empfindliche Gegenstände wie Porzellan verwendet werden konnte. Die ersten Hanfverpackungen kamen zum Einsatz. Das Papier wurde zum Exportschlager und gelang zunächst in den Nahen Osten. Die Entwicklung der ersten Papierfabriken im Nahen Osten und China förderte die Verbreitung und so gelang das Hanfpapier nach Europa und Russland. Das bekannteste Buch aus Hanfpapier in Europa ist die Gutenberg-Bibel. In Russland fand Hanfpapier im 19. Jahrhundert Verwendung für Banknoten, Briefmarken und weiteren Wertpapieren.
  3. Einzug nach Nordamerika
    Die Geschichte des Hanfpapiers geht bis zu den Gründervätern der USA zurück. Der erste und zweite Entwurf der Unabhängigkeitserklärung von 1776 wurden auf Hanfpapier verfasst. Hanf war die Hauptpapierquelle in der damaligen britischen Kolonie und trug durch den Druck von Broschüren, die zur Revolution gegen Großbritannien aufriefen, dazu bei das sich die Idee eines freien Amerikas durchsetzen konnten.
  4. Niedergang und vergessen der Rohstoffquelle
    In den 1930er Jahren erlebte Hanf einen immer mehr zunehmenden Boom in seiner Verwendung. Zuletzt berichtete Popular Mechanics über Möglichkeiten das Hanf in über 25.000 Produkten eingesetzt werden könnte und ein Milliarden-Dollar-Geschäft wird. Dies brachte Lobbisten der Textilbranche und Zeitungsverlagen auf den Plan, um den Hanfanbau zu verbieten. Zu den größten Kritikern gehörte William Randolph Hearst dem es letztlich zu verdanken ist das Hanf weltweit verboten wurde. Seitdem haben sich weder Hanf noch Hanfpapier von diesem Verbot erholt. Heute findet Hanfpapier überwiegend noch als Spezialpapier Verwendung.

Die Vorteile von Hanfpapier

Hanf statt Bäume – Hanf als Lösung der Entwaldungskrise

  • 1 Hektar Hanf kann über einen Zeitraum von 20 Jahren so viel Papier produzieren wie 4 bis 10 Hektar an Bäumen.
  • Bäume benötigen 20 bis 80 Jahre Zeit zum Wachsen während Hanf nur 4 Monate Wachstumszeit bis zur Ernte benötigt
  • Die Zellulosekonzentration von Hanf ist um ein Vielfaches höher als beim Holz.
  • Um den 30 prozentigen Zellulosegehalt von Bäumen zu nutzen müssen giftige Chemikalien eingesetzt werden, die dafür sorgen das die übrigen nicht für Papier nutzbaren 70% des Baumes entfernt werden. Hanf beinhaltet bis zu 85% Zellulose.
  • Holz enthält zwischen 20-35% Lignin. Hanf enthält nur zwischen 5-24% Lignin. Da Lignin aus dem Zellstoff für die Verwendung von Papier entfernt muss ist dies ein weiterer Vorteil des Hanfpapiers.
  • Hanfpapier ist haltbarer als Holzpapier. Hanfpapier vergilbt, reißt oder verschlechtert sich nicht in dem Maße wie Holzpapier.
  • Eine stärke Nutzung von Hanfpapier kann dazu beitragen das Wälder besser geschützt werden können und eine höhere Artenvielfalt ist möglich.

Artenvielfalt im Wald erhalten

Abholzung und weltweite Entwaldung

Der Verlust unserer Wälder

Wie die Zeitschrift Nature berichtet wurden seit Beginn der Abholzung von Wäldern über 46 Prozent der weltweiten Bäume gefällt davon gut 50% des Regenwaldes. Bei dem aktuellen Fortschritt gehen Experten mit einem optimistischen Scenario davon aus der der Regenwald in den nächsten 100 Jahren komplett verschwunden ist. Wie die Regenwald-Schutzorganisation ORO Verde veröffentlicht gingen allein zwischen 2010 bis 2015 über 30 Millionen Hektar natürlicher Wälder verloren. Das entspricht fast der gesamten Fläche von Deutschland. Auch wenn viele Papierfirmen nach der Rodung von Waldflächen schnell wachsende Bäume, wie z.B. den Eukalyptusbaum pflanzen ist dies kein gleichwertiger Ersatz für die beheimatete Tierwelt, die bei der Abholzung in Mitleidenschaft gerät. Die Artenvielfalt und der Lebensraum wildlebender Tiere bleibt zerstört.

Artensterben

Mit der Entwaldung steigt der Verlust des Lebensraums für Millionen von Arten. So sind laut IPBES die wissenschaftliche Plattform für Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen von den ca. 8 Millionen Tier- und Pflanzenarten auf der Welt eine gute Million vom Aussterben bedroht.  Mit dem Verlust von Waldflächen verlieren immer mehr Tiere ihren Lebensraum und sind leichter Beute von Wilderern. Wissenschaftler schätzen das bis Mitte des Jahrhunderts zwischen 30-50% aller Arten vom Aussterben bedroht sind. Eine Umstellung der Papierproduktion von Hanf würde helfen die Biodiversität für die Nachwelt zu erhalten.

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Den Klimawandel verlangsamen

Eine der größten Herausforderung des 21. Jahrhunderts ist es den Klimawandel zu verlangsamen. Wenn jedoch unsere Wälder in der gleichen Geschwindigkeit und voraussichtlich sogar noch in zunehmender Geschwindigkeit von der Welt verschwinden wird die Menschheit versagen. Ignorante, meist Profit- und Machtgesteuerte Menschen wie der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro treiben die Entwaldung und damit den Klimawandel weiter voran. Wälder sind wichtig, um den Boden zu erhalten und unsere Luft zu erhalten, indem Kohlendioxid entfernt und Sauerstoff zurückgegeben wird. Unsere Wälder halten den Boden feucht und tragen zur Aufrechterhaltung des natürlichen Wasserkreislaufs bei, indem sie Wasserdampf in die Atmosphäre zurückführen. Ohne Bäume wird unsere Welt sich in öde trockene Flächen verwandeln.

Was ist mit Hanf-Toilettenpapier?

Wer einen Moment darüber nachdenkt den wird es nicht überraschen das Klopapier einen hohen Anteil am Papierverbrauch hat. Nur knapp 10% des Toilettenpapiers stammen aus Recyclingpapier. Jeder Deutsche verbraucht 3651 Rollen Toilettenpapier in seinem Leben. Dafür werden rund 380 Bäume gefällt! Warum also nicht wenigstens das Klopapier aus Hanf anstatt aus Bäumen herstellen?

Angesichts der Lieferprobleme während des Coronavirus sollte jedem etwas bewusster geworden sein wie viel Toilettenpapier wir verbrauchen und wie notwendig es für den Komfort unseres Lebens ist. Die größten Verbraucher an Toilettenpapier sind die USA, gefolgt von Deutschland und Großbritannien.

Wer nach Klopapier aus Hanf sucht wird nur auf einige wenige Anbieter auf Alibaba fündig werden. Die größten Verbraucher-Nationen haben bedauerlicherweise noch nicht einmal darüber nachgedacht das Hanf-Toilettenpapier eine großartige Variante ist.

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Die besondere Rolle Deutschlands

Beim pro Kopf Verbrauch ist Deutschland die Nummer 1 beim Verbrauch von Papier wie sich beim WWF nachlesen lässt. Satte 241 kg Papier verwendet jeder Deutsche im Jahr. Nach den USA, China und Japan ist Deutschland der viertgrößte Produzent an Papier. Deutschland ist aber auch ein Land von innovativen Maschinenbauern die hochwertige und verlässliche Maschinen herstellen. Mit seinen Ingenieuren, Entwicklern und Tüftlern können diese dazu beitragen das Technologien geschaffen werden die Hanf maschinell verarbeiten. Ein erster Schritt wären zum Beispiel Maschinen für die Papierindustrie.

Mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von knapp 180.000 km² laut Umweltbundesamt könnten die deutschen Landwirte auch ihren Anteil zur Hanfproduktion für Papier beitragen, wenn die Politik endlich handeln würde und ihre Angst und Bedenken gegenüber Hanf relativieren würde. Hanf gehört zu einem Green Deal so wie Deutschland zu Europa gehört.

Die Zukunft des Hanfpapiers

Die Zukunft des Hanfpapiers sollte eine goldene Zukunft sein. Die Vorteile die Hanfpapier liefert sind für jeden ersichtlich und Hanf kann grundsätzlich als Teil zur Problemlösung bei der Entwaldung sein. Wenn Politiker jetzt die richtigen Weichen stellen kann die Zeit, die für die Infrastruktur und Entwicklung der Hanfpapierindustrie notwendig ist, verkürzt werden. Anstatt sich Sorgen über einen Drogenkonsum, der mit Nutzhanf nicht möglich ist, zu machen sollte die Verteufelung der Hanfpflanze aufhören und sie wieder den Stellenwert bekommen, den die Pflanze Jahrtausende lang hatte. Es ist Zeit zum Umdenken und Zeit für eine grüne Revolution bei der Hanfpapier eine große Rolle spielen wird. Innovation statt Vorbehalte sind angesagt.

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