Cannabis, Hanf und Marihuana als Genuss oder Medizin

Cannabis und Marihuana Genuss oder Medikament?

Inzwischen ist wissenschaftlich zweifelsfrei nachgewiesen, dass Cannabis (beziehungsweise die enthaltenen Cannabinoide, unter anderem THC) für viele Erkrankungen und Symptome ein wirksames und nebenwirkungsarmes Heilmittel ist. Viele Regierungen haben es deshalb als verschreibungspflichtiges Arzneimittel legalisiert – allerdings mit unterschiedlich hohen Verschreibungshürden.

Mit der Legalisierung von Cannabis als Genussmittel und freies Konsumgut sieht es ein wenig anders aus. Bisher haben relativ wenige Staaten (Uruguay, Kanada) weltweit Cannabis vollständig für den freien Handel legalisiert. Auch Deutschland und die meisten EU-Staaten behandeln potenten Hanf immer noch als illegale Droge, deren Besitz und Handel untersagt sind. Dabei sehen die Mehrheit aller Kiffer Cannabis als reinen Genuss, der mit anderen, physisch abhängig machenden Suchtmitteln einfach nicht zu vergleichen ist.

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Die Cannabis-Pflanze

Die Cannabis-Pflanze gehört zur botanischen Gattung der Hanfgewächse (Cannabaceae) mit psychoaktiven Wirkstoffen. Die stärkste Wirksubstanz ist Tetrahydrocannabinol (THC). Die Pflanze enthält mindestens 60 unterschiedliche Cannabinoide, von denen einige psychoaktiv andere beruhigend und spannungslösend wirken. Es gibt weibliche und männliche Formen der Pflanze von denen nur die weibliche Form der Gattung „Cannabis sativa“ genügend THC enthält, um einen Rausch zu erzeugen. Die am meisten heute gezüchteten Cannabis-Pflanzen sind eine Kreuzung aus Sativa und Indica. Die Eigenschaften der selbstblühenden Ruderalis Pflanze finden sich auch nur in Kreuzungen.

Ein kurzer Blick in die Geschichte

Cannabis ist eine der ältesten bekannten Nutz- und Heilpflanzen der Menschheitsgeschichte. Bereits im frühen 3. Jahrtausend vor Christus wurde in China Hanf für die Verwendung von Kleidung und Seilen angebaut. Rund 1000 Jahre später wurde Hanf dann auch als Heilmittel entdeckt.

Die Verbreitung der Hanfpflanze erfolgte über Indien in den Mittleren und Nahen Osten und hat sich von dort nach Europa und Amerika ausgebreitet. Als erstes Land entdeckte Indien Cannabis als Rauschmittel und setzte es bei zeremoniöseren und kultischen Handlungen ein. Das die Pflanze eine Rauschwirkung entfaltet wurde in Europa erst im 19. Jahrhundert bekannt. Seit den 70er Jahren ist Cannabis neben dem Konsum von Alkohol die am häufigsten verwendete Rauschdroge.

Cannabisanbau

Die Genügsamkeit der Cannabis-Pflanze hat dazu beigetragen das sie auf den unterschiedlichsten Böden in fast allen Regionen der Welt wächst. Die Pflanze wird besonders von Landwirten geschätzt da ihr Anbau die Bodenqualität entscheidend verbessert. Die Cannabis-Pflanze liefert Antworten auf drängende Umweltfragen und wird häufig noch unterschätzt da sie hauptsächlich von illegalen Drogenproduzenten genutzt wird.

Die bedeutendsten Anbaugebiete auf der Erde sind Marokko, Südafrika, Nigeria, Ghana, Senegal, USA, Kolumbien, Brasilien, Mexiko, Jamaika, Türkei, Libanon, Afghanistan, Pakistan, Thailand, Nepal, Indien und Kambodscha.

Lange galt Marokko als Hauptanbaugebiet für den europäischen Markt. Diese Position verschiebt sich jedoch durch die fortschreitende Technik (Beleuchtung, Belüftung und neue Züchtungen) immer mehr in den Betrieb von Indoor-Anlagen. Trotzdem kommen immer noch ca. 65% des in Europa gehandelten Cannabis aus dem nordafrikanischen Land. Durch die Legalisierung von Cannabis als Medikament in immer mehr Ländern verschiebt den Cannabisanbau immer mehr in europäische und andere westliche Länder.

Der Indoor-Anbau ist inzwischen durch die Optimierung der Wachstumsbedingungen der Cannabispflanzen so einfach geworden das immer mehr Hobbygärtner trotz Verbot das Risiko eingehen und Cannabispflanzen mit einem höheren Ernteertrag und THC-Gehalt anbauen als er im Freilandanbau möglich ist.

Durch die Zulassung als Medikament nimmt der Cannabisanbau mit staatlicher Lizenz langsam Form in Deutschland an. Die Pflanzen werden in Gebäuden die Wände wie ein Atombunker haben gezüchtet. Die Sicherheitsmaßnahmen sind so hoch das manche Banken vor Neid erblassen.

Cannabiskonsum

Cannabis wird meist in Form von Marihuana (getrocknete Blüten und Blätter der Cannabispflanze) oder Haschisch (aus dem Harz der Blütenstände), selten als Haschischöl (konzentrierter Auszug des Cannabis-Harzes) konsumiert. Viele Jahre galt der Konsum von Marihuana als Einstiegsdroge, doch inzwischen hat man erkannt das dem nicht so ist.

Die häufigste Konsumform ist immer noch das Rauchen von Joints, dass umgangssprachlich als „kiffen“ bezeichnet wird. Dabei wird das zerbröselte Haschisch oder Marihuana meist mit Tabak vermengt und zu einer Zigarette gedreht. Durch den freien Cannabiskonsum in den USA verbreitet sich zunehmend der Konsum in Lebensmitteln und eine Cannabis-Küche ist daraus entstanden die vom Backen über Spacecakes (Kekse) über Cannabisbutter und anspruchsvolle Gerichte reicht. Viele Konsumenten brauen sich einen Tee. Daneben wird Marihuana auch über einen Vaporizer oder als Liquid konsumiert. Die traditionellen Methoden wie die Pur- und Wasserpfeife oder der Bong finden bei älteren Konsumenten weniger Anklang.

Rechtliches

Im Jahr 1929 verabschiedete der deutsche Reichstag das Opiumgesetz und seitdem unterliegt Cannabis in Deutschland einer strengen Kontrolle. Erst sehr spät im Jahr 1971 wurde das Reichstagsgesetz in neuer und gegenwärtiger Form durch das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) abgelöst. Im Betäubungsmittelgesetz werden alle rechtlichen Fragen bezüglich psychoaktiver Substanzen geregelt. Für den Bereich Cannabis gelten seitdem:
Der Besitz, Handel und Anbau von Cannabis ist verboten.

In einem vieldiskutierten Urteil wurde 1994 die Möglichkeit geschaffen das bei Besitz von geringen Cannabis-Mengen die Exekutive auf eine Strafverfolgung verzichten kann und ein Verfahren nicht eröffnet wird. Problematisch ist die Auslegung zur geringen Menge da es hierzu innerhalb der Bundesländer keine einheitliche Regelung gibt. Es jedoch darüber diskutiert ob der Besitz von bis zu 6 Gramm als einheitlicher Wert gelten soll.

Im März 2017 wurde das Gesetz angepasst und seitdem können Cannabisblüten oder Cannabisextrakt schwerkranken Patienten von einem Arzt als Medizin verschrieben werden. Das Cannabisarzneimittel erhalten Patientinnen und Patienten in einer Apotheke. Der Einsatz von Cannabis als Medizin hat sich beispielsweise in der Schmerztherapie und bei bestimmten chronischen Erkrankungen als hilfreich erwiesen. Die Kosten für die Behandlung werden inzwischen von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Abgesehen von Schwerkranken bleibt der Besitz , Handel und Anbau jedoch grundsätzlich verboten.

Wirkung und Dauer

Je nachdem wie der Cannabis konsumiert wird tritt die Wirkung schneller oder später ein. Beim Rauchen tritt die Wirkung meistens innerhalb der ersten 2-3 Minuten ein, da das THC über den Weg der Atemwege schnell ins Blut gelangt und damit auch das Hirn schnell erreicht. Nach rund 20 Minuten erreicht die Wirkung ihren Höhepunkt und hält abhängig von der konsumierten Menge und dem THC-Gehalt der Grassorte bis zu 2 Stunden an. Danach klingt es langsam ab und es kann noch einmal bis zu 2-3 Stunden dauern bis die Wirkung weitestgehend beendet ist. Bis der letzte Rest der Wirkung verklungen ist kann es bis zu 3 Tage dauern. Die meisten Konsumenten berichten das sie am Folgetag des Konsums erschöpft und gerädert sind. Dieser Zustand kann bis zu 3 Tagen anhalten.

Anders als beim Konsum über die Atemwege verläuft die Wirkung beim Essen anders. Der Zeitraum bis zum Einsetzen der Wirkung beträgt meistens 60 Minuten und ist intensiver. Die Wirkung setzt oft plötzlich ein. Insbesondere hier ist es wichtig nicht zu viel THC zu konsumieren und eher mit kleineren Mengen zu beginnen. Entscheidend ist auch die Art der Zubereitung, d.h. wie viel Fett wurde für die Zubereitung verwendet und ob woher ein eine Decarboxylierung durchgeführt wurde.

Das Wirkungsspektrum von Cannabis ist sehr breit und hängt von vielen Faktoren ab. Zu Faktoren gehören die Konsumart (gegessen oder geraucht), die Qualität des Grases und der damit aufgenommen Wirkstoffmenge, die Umgebung in der konsumiert wird, die psychische Stabilität des Konsumenten und vor allem seine Grundstimmung. Davon abhängig führt das Erleben von Cannabis meistens zu einer Anhebung der Stimmung, verbunden mit einem Gefühl des Wohlbefindens, der Entspannung und einem gesteigerten Kommunikationsbedürfnis. Oft wird berichtet das alle Sinneseindrücke sehr viel intensiver wahrgenommen werden.

In eher selteneren Fällen kann sich die Wirkung aber auch negativ auf die Stimmung auswirken. Bei rund 3% der Konsumenten kann es zu paranoiden Wahnvorstellungen und Langzeitfolgen kommen. Bei unvorbereiteten oder unerfahrenen Konsumenten sind Panikreaktionen möglich, weil es zur Unruhe und Angst während der Wirkung kommt. Hier gilt: keine Panik und Ruhe bewahren. Dieser Zustand klingt nach wenigen Minuten ab. Routinierte Konsumenten berichten das sie des Öfteren das eine Verwirrtheit und Orientierungslosigkeit erleben.

Die Legalisierung ist überfällig

Nicht zuletzt deshalb hat die Diskussion um eine Legalisierung von Cannabis ein noch nie dagewesenes Hoch in in der westlichen Welt erreicht. Die Zulassung von Cannabis als Medikament und/oder Genussmittel in einer Reihe von US-Bundesstaaten (allen voran Colorado) hat Kritikern viel Wind aus den Segeln genommen: Kommunen und Staat profitieren von den Steuereinnahmen in Milliardenhöhe, das Gesundheitssystem wird entlastet, die Kriminalität hat sich minimiert – und dass, obwohl das amerikanische Bundesgesetz diesen Legalisierungsschritt eigentlich gar nicht zugelassen hätte.

Auch in Deutschland wird das Thema „Legalisierung“ immer öfter und heißer diskutiert. Bis auf die CSU sprechen sich alle deutschen Parteien für eine Legalisierung des Cannabis Konsums aus. Dabei weichen die diesbezüglichen Gesetzesentwürfe zwar voneinander ab. Dennoch: Langfristig wird Marihuana auch in Deutschland entkriminalisiert werden müssen. Das ist auch politisch korrekt – denn die seine Kriminalisierung war eigentlich von Anfang an nicht mit den demokratischen Grundrechten eines Sozialstaates vereinbar. Gleichzeitig würde der deutsche Staat enorme und völlig überflüssige Kosten sparen: In den letzten vierzig Jahren absolvierten in Deutschland über eine halbe Million Menschen wegen Cannabis teure Gefängnisaufenthalte.

Von der politischen Landkarte Deutschlands lässt sich die Legalisierung von Marihuana jedenfalls nicht mehr wegdenken. Welche Form sie genau annimmt – das wird ein spannendes Thema in den nächsten Landes- und Bundestagswahlen. Als Medikament ist Cannabis in Deutschland mittlerweile zugelassen. Wird Cannabis auch das Genussmittel der Zukunft oder setzen sich CSU und parteiinterne Kritiker mit ihrer ablehnenden Einstellung noch länger durch?

Marihuana die am weitesten verbreitete Droge:
Weltweit steigt der Konsum von Marihuana jedes Jahr und damit muss sich jede Regierung die Frage gefallen lassen um Sie den demokratischen Willen der Bevölkerung tatsächlich umsetzt und ob Verbot dem sich Millinonen von Menschen täglich widersetzen der richtige Weg ist. Seit Anbeginn der Menschheit spielten Drogen eine Rolle oder werden sie wahrscheinlich auch in der weiteren Zukunft.

Das Blatt scheint sich politisch wie gesellschaftlich zu wenden. Cannabis ist die am weitesten verbreitete Droge der Welt und in Europa die am häufigsten konsumierte illegale Subtanz. Sie verursacht nachweislich wesentlich weniger soziale und medizinische Probleme als beispielsweise frei erhältlicher Alkohol. Zunehmend sehen Verbraucher – Kiffer und Nicht-Konsumenten – hier ein unerklärliches Ungleichgewicht. Immer klarer wird auch, dass hinter dem ursprünglichen, globalen Cannabis-Verbot im 20. Jahrhundert rein wirtschaftliche Interessen standen; die Gesundheit der Bevölkerung war ein geringerer motivierender Faktor.