Cannabissamen männlich oder weiblich

Darum ist es wichtig, ob Cannabissamen männlich oder weiblich sind

Der Topseller in Online-Shops für den Growbedarf sind feminisierte Cannabissamen. Sie kosten zwar deutlich mehr als reguläre Samen. Trotzdem sind sie beim Käufer deutlich beliebter. Wer sich noch nie mit den Besonderheiten des Cannabisanbaus beschäftigt hat, ist zunächst verwirrt.

Warum soll es so einen großen Unterschied machen, ob zum Schluss eine männliche oder eine weibliche Pflanze in das Paper kommt? Und ist es nicht vorteilhaft, beide zusammen anzubauen? Schließlich kommt dabei eine neue Generation an Samen zustande, sodass beim nächsten Mal kein neues Saatgut gekauft werden muss.

Erfahrene Grower wissen aber, dass sich feminisierte Samen unterm Strich lohnen. Sie bringen höhere Erträge und liefern Gras von besserer Qualität. Allerdings gibt es eine Ausnahme, bei der sich der Kauf von gemischten Samen lohnt. Warum das so ist, wird hier erklärt.

Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Pflanzen

Männliche und weibliche Hanfpflanzen sind fast identisch. Eigentlich unterscheiden sich die beiden Geschlechter nur bei den Blüten. Aber genau darauf kommt es an, wenn man hochwertiges Cannabis selbst herstellen möchte.

Denn die Wirkstoffe der Pflanzen konzentrieren sich fast ausschließlich in den Blüten. Und während Weibchen üppige, harzreiche Blüten produzieren, die vor THC nur so platzen, mickern männliche Blüten vor sich hin.

Die Männchen bringen nicht nur deutlich weniger Ertrag, sie enthalten auch eine geringere Konzentration an Cannabinoiden. Deshalb möchte niemand seinen knappen Platz auf den Anbau von männlichen Pflanzen verschwenden.

Das ist aber noch nicht alles: Männliche Pflanzen befruchten die Weibchen und regen so die Produktion von Samen an. Die Pflanze steckt dann ihre ganze Energie in die Bildung der Samen, anstatt THC-reiches Harz zu produzieren. Die Folge ist enttäuschendes Gras von geringer Potenz.

So erleichtern feminisierte Samen den Anbau

Grower müssen also früher oder später die männlichen Pflanzen aussortieren. Das ist aber gar nicht so einfach, denn bis sich die ersten Unterschiede bemerkbar machen, vergehen etwa sechs Wochen. Bis dahin müssen alle Pflanzen aufwendig gehegt und gepflegt werden.

Diese verschwendete Mühe können Grower sich ganz einfach ersparen, indem sie feminisierte Cannabissamen verwenden, die ausschließlich weibliche Pflanzen hervorbringen. Diese sind seit Ende der neunziger Jahre auf dem Markt und haben reguläre Samen für den Heimanbau weitgehend verdrängt.

Als noch keine feminisierten Samen verfügbar waren, mussten Grower vor der Blüte rund die Hälfte ihrer Pflanzen aussortieren. Wer nicht genügend Platz hatte, um mehrere Pflanzen anzubauen, konnte außerdem eine böse Überraschung erleben.

Wenn nur zwei oder drei Samen ausgesät wurden, kam es gelegentlich vor, dass alle Pflanzen sich als Männchen entpuppten. Vor so einem Reinfall muss sich heutzutage niemand mehr Sorgen machen.

Wann sollten gemischte Samen genutzt werden?

Trotzdem haben die meisten Shops für Grower auch reguläre Cannabissamen im Angebot, die zu gleichen Teilen männliche und weibliche Pflanzen hervorbringen. Denn Züchter sind nach wie vor auf dieses Saatgut angewiesen.

Denn um neue Züchtungen hervorzubringen, ist es nötig, männliche und weibliche Pflanzen verschiedener Sorten miteinander zu kreuzen. Diese Arbeit wird in der Regel von Profis gemacht, die selbst Saatgut verkaufen möchten.

Aber auch einige fortgeschrittene Cannabis-Fans experimentieren gerne mit solchen Kreuzungen herum. Der durchschnittliche Grower kann auf reguläre Samen aber getrost verzichten.