Cannabis: Genuss oder Medikament?

Cannabis: Genuss oder Medikament?

Inzwischen ist wissenschaftlich zweifelsfrei nachgewiesen, dass Cannabis (beziehungsweise die enthaltenen Cannabinoide, unter anderem THC) für viele Erkrankungen und Symptome ein wirksames und nebenwirkungsarmes Heilmittel ist. Viele Regierungen haben es deshalb als verschreibungspflichtiges Arzneimittel legalisiert – allerdings mit unterschiedlich hohen Verschreibungshürden.

Mit der Legalisierung von Cannabis als Genussmittel und freies Konsumgut sieht es ein wenig anders aus. Bisher haben relativ wenige Staaten weltweit Cannabis vollständig für den freien Handel legalisiert. Auch Deutschland und die meisten EU-Staaten behandeln potenten Hanf immer noch als illegale Droge, deren Besitz und Handel untersagt sind. Dabei sehen die Mehrheit aller Kiffer Cannabis als reinen Genuss, der mit anderen, physisch abhängig machenden Suchtmitteln einfach nicht zu vergleichen ist.

Doch das Blatt scheint sich politisch wie gesellschaftlich zu wenden. Cannabis ist die am weitesten verbreitete Droge der Welt und in Europa die am häufigsten konsumierte. Sie verursacht nachweislich wesentlich weniger soziale und medizinische Probleme als beispielsweise frei erhältlicher Alkohol. Zunehmend sehen Verbraucher – Kiffer und Nicht-Konsumenten – hier ein unerklärliches Ungleichgewicht. Immer klarer wird auch, dass hinter dem ursprünglichen, globalen Cannabis-Verbot im 20. Jahrhundert rein wirtschaftliche Interessen standen; die Gesundheit der Bevölkerung war gar kein motivierender Faktor.

Nicht zuletzt deshalb hat die Diskussion um eine Legalisierung von Cannabis ein noch nie dagewesenes Hoch in in der westlichen Welt erreicht. Die Zulassung von Cannabis als Medikament und/oder Genussmittel in einer Reihe von US-Bundesstaaten (allen voran Colorado) hat Kritikern viel Wind aus den Segeln genommen: Kommunen und Staat profitieren von den Steuereinnahmen in Milliardenhöhe, das Gesundheitssystem wird entlastet, die Kriminalität hat sich minimiert – und dass, obwohl das amerikanische Bundesgesetz diesen Legalisierungsschritt eigentlich gar nicht zugelassen hätte.

Auch in Deutschland wird das Thema „Legalisierung“ immer öfter und heißer diskutiert. Bis auf die CSU sprechen sich alle deutschen Parteien für eine Legalisierung des Cannabis Konsums aus. Dabei weichen die diesbezüglichen Gesetzesentwürfe zwar voneinander ab. Dennoch: Langfristig wird Cannabis auch in Deutschland entkriminalisiert werden. Das ist auch politisch korrekt – denn die seine Kriminalisierung war eigentlich von Anfang an nicht mit den demokratischen Grundrechten eines Sozialstaates vereinbar. Gleichzeitig würde der deutsche Staat enorme und völlig überflüssige Kosten sparen: In den letzten vierzig Jahren absolvierten in Deutschland über eine halbe Million Menschen wegen Cannabis teure Gefängnisaufenthalte.

Von der politischen Landkarte Deutschlands lässt sich die Legalisierung von Cannabis jedenfalls nicht mehr wegdenken. Welche Form sie genau annimmt – das wird ein spannendes Thema in den nächsten Landes- und Bundestagswahlen. Als Medikament ist Cannabis in Deutschland mittlerweile zugelassen. Wird Cannabis auch das Genussmittel der Zukunft oder setzen sich CSU und parteiinterne Kritiker mit ihrer ablehnenden Einstellung noch länger durch?

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